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Periodical volume Nr. 87, 25. Oktober 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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der Ausschuß für Banken und Versicherungen z u s a m m e n t r i t t , um nunmehr
über die Anträge abzustimmen, die die CDU und die LDP dort gestellt haben. Ob heute oder später - einmal m ü s s e n die Fraktionen F a r b e bekennen, wie sie zu dem P r o b l e m des privaten Bankgewerbes, das auch ein Sozialisierungsproblem größten Ausmaßes in Berlin ist, stehen, und diese
Entscheidung möchten wir so schnell wie möglich herbeigeführt sehen.
Vor steher -Stellv. Dr» S C H R E I B E R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Der Gegenstand ist damit erledigt.
Wir kommen zum nächsten Punkt der Tagesordnung, der lfd. Nr. 19,
Vorlage 134/1026:
Antrag der F r a k t i o n der SED über die Z e r s t ö r u n g der Borsigwerke.
Das Wort hat der H e r r Stadtv. Rohde.
Stadtv. R O H D E (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Die B e z i r k s v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g e n von Reinickendorf und Wedding haben ausführlich zur F r a g e der Demontage im französischen Sektor Stellung genommen.
Wir schlagen deshalb vor, daß dieser Antrag zurückgestellt wird.
Vorsteher-Stellv. Dr. S C H R E I B E R : Sie haben den Antrag
gehört. Widerspruch wird nicht erhoben; der Antrag wird zurückgestellt.
Wir kommen dann zum nächsten Punkt der Tagesordnung, der lfd.
Nr. 20, Vorlage 137/1047:
Antrag der Fraktion der LDP über Wiederherstellung des GoetheDenkmals.
Das Wort hat die Stadtv. F r a u

Schroedter.

Stadtv. F r a u S C H R O E D T E R (LDP) : Meine H e r r e n und Damen! Wir Deutsche haben uns i m m e r so gern das Volk der Dichter und
Denker nennen l a s s e n . Wenn wir aber uns diesen Ehrentitel auch wirklich
verdienen wollen, dann m ü s s e n wir uns nicht nur die Werke u n s e r e r G r o ßen zu eigen machen, sondern auch die Stätten, die i h r e m Gedächtnis g e weiht sind, entsprechend pflegen. Das ist nicht der F a l l bei dem GoetheDenkmal im T i e r g a r t e n . Goethe in der Gesellschaft von zerbeulten Bleche i m e r n und Kohlrübenpflanzungen ist wohl nicht das geeignete Bild für eine
Großstadt, wie es Berlin ist. Außerdem: was geben wir der Jugend für ein
Beispiel, wenn wir Ehrfurcht predigen vor Goethe und selbst sein.. Denkm a l in dieser Situation stehen l a s s e n ? Im nächsten J a h r haben wir das
Goethe-Jahr, das wohl in allen Kulturzentren Deutschlands gefeiert werden
wird. Dann muß wenigstens diese Stätte hier in Berlin so in Ordnung g e bracht sein, daß sie für diesen F e i e r t a g würdig dasteht. Deshalb bittet
die Fraktion der LDP, daß vom Magistrat dafür gesorgt wird, daß alle
Goethe-Gedenkstätten, vor allem das Denkmal im ehemaligen T i e r g a r t e n ,
in Ordnung gebracht werden.
(Beifall bei der L D P . )
        
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