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Periodical volume Nr. 87, 25. Oktober 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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"Wenn jetzt nach dem Schreiben des H e r r n stellvertretenden Stadtverordn e t e n v o r s t e h e r s die vier Kommandanten sich mit der F r a g e befassen sollen, inwieweit durch die Reden des 9. September der F r i e d e v e r l e t z t sei,
wenn die vier Kommandanten das entscheiden sollen, dann sind wir gewiß,
daß dort eine Erklärung und eine Klärung folgt, die deutlich zeigt, daß an
diesem Vorwurf nichts dran ist. Ich glaube, daß man auf diese Feststellung
warten sollte, daß man auf diese Feststellung Gewicht legen sollte in dem
Augenblick, wo heute oder morgen der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen feststellen wird, daß die Blockade Berlins eine Friedensgefährdung
der ganzen Welt d a r s t e l l t .
(Sehr wahr! b e i d e r CDU.)
Meine Damen und H e r r e n ! Ich kenne die Männer, die hier beschuldigt
sind, zu genau, um nicht zu wissen, daß die Vorwürfe, die gegen sie e r h o ben worden sind, mag es sich um u n s e r e Freunde oder mag es sich um die
Mitglieder der SPD oder der LDP handeln, auf gar keinen F a l l stimmen
können.
E s erscheint m i r aber notwendig, ein b e s o n d e r e s Wort über den uns e r e r P a r t e i angehörenden H e r r n Dr. F r i e d e n s b u r g hier einzulegen, der
auch beschuldigt worden ist, m i l i t a r i s t i s c h e , friedensfeindliche, f a s c h i s t i sche Reden, ja Reden mit Pograournaicharakter gehalten zu haben. Wer die
P r e s s e des letzten J a h r e s in Berlin verfolgt h a t , der hat von manchen Vorwürfen gelesen, die man u n s e r e m Freund Dr. F r i e d e n s b u r g gemacht hat.
Aber diese Vorwürfe gingen doch alle gerade in entgegengesetzter Richtung.
Man machte ihm doch gerade zum Vorwurf, daß er viel zu lange versucht hätte, noch die Fäden mit der SED und vor allem mit der sowjetischen B e s a t z u n g s macht weiter zu spinnen. Gerade aus seiner Verantwortung h e r a u s , für die
Einheit Berlins dastehen zu müssen, hat er diese Politik bis an das letzte
des Möglichen verfolgt. Diesem Mann, nachdem er es nach seinen vielen
Versuchen doch nicht geschafft hat, die Dinge so zu führen, wie er es für
richtig gehalten hat, jetzt den Vorwurf zu machen, daß er f a s c h i s t i s c h e R e den halte, das i s t schließlich das Schnödeste, was man hier überhaupt f e s t stellen kann.
(Sehr richtig! bei der CDU. )
Meine Damen und H e r r e n ! Ich erlaube m i r deshalb zu beantragen
- ich habe mit den andern Fraktionen schon Fühlung genommen und hoffe,
daß auch sie diesem Antrag ihre Zustimmung und Unterschrift geben w e r den -:
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Die Stadtverordnetenversammlung hat von der durch den a m tierenden O b e r b ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g bekanntgegebenen Erklärung des M a g i s t r a t s Kenntnis genommen und billigt
sie.
(Beifall bei der CDU.)
        
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