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Periodical volume Nr. 87, 25. Oktober 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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"''• '3 auch aus seiner Verantwortung für die Einheit der Berliner Verwal,:-....:/; i "txmgj die nach dem Schreiben des H e r r n sowjetischen Kommandanten
den Gegenstand auch seiner besonderen Sorge bildet. Der Magistrat
...,., glaubt aber, daß nichts eine so e r n s t e Gefährdung der Einheit B e r lins bedeutet, wie die Behinderung der verfassungsmäßigen Wahlausübung in einem Sektor.
(Lebhafte Zustimmung.)
Damit wird nicht nur den 1,1 Millionen B e r l i n e r n ,
die in diesem
Sektor wohnen, die Ausübung i h r e s demokratischen Rechts verweigert,
sondern es besteht auch die dringende Sorge, daß nunmehr B e r l i n
auch hinsichtlich der gewählten Körperschaften in zwei nicht m e h r
gleichwertige Teile zerfällt. E s wird die vornehmste Pflicht des Mag i s t r a t e s sein, im Einvernehmen mit der S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m lung und, wie wir hoffen, mit Unterstützung a l l e r vier H e r r e n Kommandanten, einer solchen Gefahr zu begegnen und die verfassungsmäßig
v o r g e s c h r i e b e n e Neubildung der städtischen Körperschaften auch t r o t z
der Wahlbehinderung im Ostsektor so zu sichern, daß die uns allen a m
Herzen liegende Einheit Berlins und die Einheitlichkeit der Berliner
Verwaltung nicht gestört werden.
(Lebhafter allseitiger Beifall.)
Vorsteher Stellv. Dr. S C H R E I B E R : Meine Damen und H e r r e n !
Ich nehme an, daß das Haus in eine Aussprache über die Mitteilung des H e r r n
B ü r g e r m e i s t e r s Dr. F r i e d e n s b u r g eintreten will. Bevor das geschieht, habe
ich Kenntnis zu geben von einem Schreiben, das ich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag erhalten habe. Dieser Brief hat folgenden Wortlaut:
Garnisonchef und Militärkommandant der Stadt Berlin
des sowjetischen B e s a t z u n g s s e k t o r s .
Nr. 2910/40,
An den stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner Stadtverordnetenv e r s a m m l u n g , H e r r n Walther Schreiber.
An den Berliner Magistrat.
Beiliegend übermittle ich Ihnen den Sonderbeschluß des M i l i t ä r tribunals der Sowjetischen Militärverwaltung vom 22. September in
Sachen der Teilnehmer an der faschistischen Provokation vom 9. September dieses J a h r e s in Berlin. Wie aus diesem Beschluß e r s i c h t l i c h
ist, hielten einige offizielle Persönlichkeiten der B e r l i n e r Stadtverwaltung systematisch in der Öffentlichkeit friedensfeindliche Reden faschistischen und m i l i t a r i s t i s c h e n C h a r a k t e r s . Diesbezüglich folgen die
im Gerichtsbeschluß angeführten P e r s o n e n : der a m t i e r e n d e Stadtrat
für das Verkehrswesen, E r n s t Reuter, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Otto Suhr, der amtierende O b e r b ü r g e r m e i s t e r
        
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