Path:
Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

85

41

nach Wahlparolen zu suchen.
(Sehr richtig! bei der SPD. )
Die Sozialdemokratische P a r t e i nimmt in den letzten zwei J a h r e n in B e r lin eine Stellung ein, bei der ihr unbestritten die Führung des F r e i h e i t s kampfes zukommt. Die Sozialdemokratische P a r t e i hat in den letzten zwei
J a h r e n so manches Mal ihren eigenen Standpunkt im I n t e r e s s e der Gesamtheit nicht so formuliert, wie sie ihn hätte formulieren können. Das
möchte ich dem H e r r n Kollegen Landsberg doch einmal sagen. U n s e r e
Wahlparole war und ist: F r e i h e i t und Recht für die gesamte B e r l i n e r B e völkerung. Das war unser Leitmotiv in den letzten zwei J a h r e n . Wir haben, ohne parteipolitische Vorteile irgendwie zu e r s t r e b e n , stets diesen
Standpunkt eingenommen, und wir werden ihn auch weiterhin einnehmen.
Man i s t doch hier in einer nicht gerade einfachen Lage, wenn man
e r k l ä r t , daß man nur aus parteipolitischen Gründen die Debatte hier geführt
hat. Nein, wir wollen wirklich aus ganz grundsätzlichen Erwägungen h e r a u s
eine Klärung herbeiführen, und es i s t eben ein Widerspruch, wenn H e r r
B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g e r k l ä r t , daß er alles getan hat, um die
Wahl beschleunigt durchzuführen, und auf der anderen Seite dann eben durch
seine Vorschläge, die gut gemeint sein konnten, die Wahlen hinausschiebt.
Es ist doch vom Stadtverordnetenvorsteher, H e r r n Dr. Suhr, damals
festgelegt worden, wie der normale Ablauf des gesamten Verfahrens sein
muß. Dieser Beschluß war keine Verwaltungsangelegenheit und konnte daher nicht von uns vorgetragen werden. Daher können wir es eben nicht v e r stehen, daß H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g von sich aus den Magis t r a t bewogen hat, den Brief an die Kommandanten drei Wochen zurückzuhalten, b i s e r endlich v o r g e t r a g e n wurde.
H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g . Sie sehen heute aus der E r klärung des SNB, daß man jetzt sich gerade darauf beruft, daß man e r k l ä r t : wir hätten schon längst dazu Stellung nehmen können, aber leider
Gottes haben wir e r s t a m 2* Oktober den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 6. September erhalten. Das ist eben etwas, was wir geändert zu haben wünschen, und daher die Kritik meines F r e u n d e s Swolinzky.
Ich möchte in dem Zusammenhang, weil nun einmal darüber von
v e r s c h i e d e n e n Seiten gesprochen worden ist, auch ganz kurz auf die letzte
Stadtverordnetenversammlung eingehen. E s ist richtig, H e r r Kollege L a n d s berg, daß schon wiederholt zu außenpolitischen Maßnahmen Stellung genommen wurde, und H e r r Kollege Swolinzky hat auch nicht gesagt, daß dies
nicht Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung sei. Hier ist es doch aber
so, daß nicht die Stadtverordnetenversammlung, sondern der a m t i e r e n d e
O b e r b ü r g e r m e i s t e r neulich Dinge v o r g e t r a g e n hat, die eben nicht die Auffassung u n s e r e r Fraktion waren, und nur i m I n t e r e s s e eines einheitlichen
Vorgehens der d r e i demokratischen P a r t e i e n hatte u n s e r e Fraktion in der
damaligen Situation es nicht für richtig gehalten, darauf zu antworten. Wir
sind aber nicht der Meinung, daß das, was damals hier gesagt wurde, die
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.