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Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

36 85 zu nehmen. Wir haben aber damals k e i n e r l e i Beschlüsse gefaßt, weil wir diese Ausführungen des H e r r n Dr. F r i e d e n s b u r g bedauerten. Nun möchte ich H e r r n Dr. F r i e d e n s b u r g und auch einigen anderen Mitglied e r n des M a g i s t r a t s , z. B. H e r r n D r . Kielinger und um auch meine P a r tei nicht ungenannt zu l a s s e n - H e r r n Theuner folgendes sagen. Wir kennen keine Aufgaben einzelner M a g i s t r a t s m i t g l i e d e r a n d e r s als im Rahmen i h r e r Dezernate, Sonst muß es sich in allen Dingen um Beschlüsse des Magistrats handeln. Nun will ich r e i n menschlich einmal zu den Dingen etwas sagen. H e r r Dr. F r i e d e n s b u r g , Sie sind der S t e l l v e r t r e t e r ' • des stellvertretenden O b e r b ü r g e r m e i s t e r s , und es würde nützlich und notwendig sein, wenn Sie sich mit dem von den demokratischen P a r t e i e n gewählten O b e r b ü r g e r m e i s t e r der Stadt Berlin dann und wann über solche Dinge unterhalten würden, ehe Sie mit Verlautbarungen, wie wir sie in den letzten Tagen und Wochen wiederholt erlebt haben, an die Öffentlichkeit t r e t e n . (Sehr richtig! bei der SPD.) Sie haben z. B. vor dem Rundfunk oder vor der P r e s s e E r k l ä r u n g e n a b gegeben,, von denen ich weiß, daß der wirkliche O b e r b ü r g e r m e i s t e r B e r lins, der ja nur durch eine Besatzungsmacht widerrechtlich an der A u s übung seines A m t e s verhindert wird, ihnen nicht zustimmen würde, wenn Sie ihm I h r e Wünsche und Beschwerden nach der Richtung hin vorgetragen und ihm gesagt hätten: "Ich bin b e r e i t , in einer P r e s s e k o n f e r e n z dieses oder j e n e s zu e r k l ä r e n " . Ich will H e r r n P r o f e s s o r Reuter nicht zum Zeu-,. gen aufrufen. Ich bin gewiß, er hätte den außenpolitischen Erklärungen , des H e r r n B ü r g e r m e i s t e r s Dr. F r i e d e n s b u r g in der vorigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nicht zugestimmt, wenn sie ihm vorgelegt worden wären. Die Fraktionen hat man in der a l l e r l e t z t e n Minute mit dies e r Kundgebung ü b e r r a s c h t . Wir hatten nicht die Gelegenheit, den Wortlaut vor Beginn der Stadtparlaments Sitzung zur Kenntnis zu nehmen. (Unruhe und Zurufe.) Uns ist in der letzten Minute - das werden Sie nicht b e s t r e i t e n - das Blättchen auf den Tisch gelegt worden, ohne daß wir als Fraktionen irgendwie die Möglichkeit gehabt hätten, dazu Stellung zu nehmen. Sonst hätten wir! ein Veto eingelegt. (Hört! Hört! bei der CDU.) Nun sagt H e r r Dr. F r i e d e n s b u r g , er habe geglaubt, damit einen B e i t r a g zur Entspannung des V e r h ä l t n i s s e s zu leisten, wenn er die Angelegenheit bezüglich der Wahlordnung so dilatorisch behandelte, wie er es getan hat. Wir wünschen diese weitere Entspannung nicht. Wir wollen und w ü r den gerade durch eine entgegengesetzte Haltung dazu helfen, k l a r e V e r hältnisse in Berlin zu schaffen. Aber an einem kommen wir nicht vorbei. Am 6. 9. hat die Stadtverordnetenversammlung in erfreulicher Einmütigkeit
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