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Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

30 85 gleich sagen, daß ich diesen Weg im I n t e r e s s e des Zustandekommens der Wahl am 5. Dezember jetzt noch nicht einmal für nachteilig halte. Der Magistrat, insbesondere der für die Wahlen zuständige Stadtr a t hat dann alles Erdenkliche getan, um t r o t z der vom e r s t e n Tage an im Ostsektor einsetzenden Schwierigkeiten die Wahlvorbereitungen zu treffen» Bald erfuhren wir, daß in einzelnen Bezirken des O s t s e k t o r s , in denen Von einer Zentralleitung durch den Magistrat leider nicht mehr die Rede öein kann, ordnungsmäßige Wahlvorbereitungen nicht durchgeführt werden konnten, weil insbesondere in F r i e d r i c h s h a i n der s t e l l v e r tretende B e z i r k s b ü r g e r m e i s t e r Butte und i m Bezirk Pankow die s t e l l v e r tretende B e z i r k s b ü r g e r m e i s t e r i n F r a u Saefkow, von der vorhin die Rede gewesen ist, u n s e r e Wahlvorbereitungen offiziell und ausdrücklich v e r hinderten, In dieser Situation habe ich das Äußerste getan, habe nämlich diese beiden stellvertretenden B e z i r k s b ü r g e r m e i s t e r am 23. September zu m i r gebeten und mit ihnen eine höchst bedeutende unangenehme Auseinandersetzung gehabt, die damit endete, daß die Genannten, die beide der SED angehören, die Konferenz einfach verließen. Ich habe ihnen wegen dieses Verhaltens eine schriftliche Rüge ausgesprochen. Aber damit allein konnte ich die ordnungsmäßige Durchführung der Wahlvorbereitungen leider nicht retten. Die beiden ordentlichen B e z i r k s b ü r g e r m e i s t e r , deren Aufgabe die Durchführung der Wahlvorbereitungen gewesen w ä r e , konnten sich angesichts dieser Verhältnisse in ihren Bezirken nicht m e h r durchsetzen. Ich will ihnen d a r a u s auch keinen Vorwurf machen; denn die B e z i r k s v e r waltung war in den Händen der beiden genannten S t e l l v e r t r e t e r . Deshalb waren die Wahlvorbereitungen leider nicht durchzuführen. Kollege Theuner, Kollege Kielinger und ich haben uns i m m e r wieder überlegt, wie wir trotz dieser scheinbar schon verzweifelten U m s t ä n de doch noch d;.e Wahl am 14. November würden durchsetzen können. Als a m 24o September bekannt wurde, daß der politische Offizier im Bezifk Lichtenberg Oberstleutnant Dajanow die Bezirkskommandantur durch t e l e phonische Anweisung formell angewiesen hatte, die Wahlvorbereitungen einzustellen, habe ich endlich die Möglichkeit gehabt, mich an diejenige Stelle zu wenden, die wahrscheinlich letzten Endes für die Schwierigkeiten v e r antwortlich war. Ich habe mich zunächst durch den Verbindungsoffizier H e r r n Major Bognitschoff an den unmittelbaren Leiter der Kommunalabteilung bei der Zentralkommandantur H e r r n Major Otschkin gewandt mit der Bitte, ihren Einfluß geltend zu machen, um die Wahl zu ermöglichen, i n s besondere den politischen Offizier im Bezirk Lichtenberg zu rektifizieren und zu v e r a n l a s s e n , seine Anordnung zurückzunehmen. Da ich keinen Bescheid erhielt, habe ich a m 29. September ein p e r sönliches Schreiben an H e r r n General Kotikow gerichtet, in dem ich ähnliche Ausführungen machte, wie sie h i e r der Stadtverordnete Mattick v o r g e t r a g e n hat. Ich habe darauf hingewiesen, daß die Zentralkommandantur
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