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Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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den H e r r e n Stadtverordneten Swolinzky, Landsberg und Schwennicke g e stellten und vorhin b e r e i t s vorgelesenen Antrag, naeJj dem der neue Wahlt e r m i n auf den 5. Dezember 1948 festgelegt werden soll.
Bevor ich die A u s s p r a c h e a b e r eröffne, möchte ich der F o r m halber
doch noch folgende Feststellung treffen. Mit dem eben gefaßten Beschluß
ist zugleich die lfd. Nr. 12 u n s e r e r Tagesordnung, Vorlage 131/994, näm--"
lieh die Vorlage zur Kenntnisnahme über die Eintragung von T a r i f v e r t r ä gen in das T a r i f r e g i s t e r usw. erledigt.
Ich eröffne nunmehr die A u s s p r a c h e über die Mitteilung zur Kenntnisnahme über die Durchführung der Wahlordnung. Das Wort hat H e r r Stadtv.
Mattick.
Stadtv. M A T T I C K (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! W i r b e dauern sehr, daß der Magistrat gezwungen war, der Stadtverordnetenversammlung diese Vorlage zu machen. Am 6. September hat die Stadtverordnetenversammlung den Beschluß über Wahltermin und Wahlordnung g e faßt, und der H e r r Stadtverordnetenvorsteher hat nach Abschluß der A b stimmung ausdrücklich festgestellt, daß die Wahlordnung den H e r r e n Kommandanten zur Genehmigung vorgelegt werden muß. Am 8. September hat
der Magistrat sich dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung angeschlossen und die Wahlordnung angenommen, und er hat bis zum 29. Sep- !
tember v e r s ä u m t , den H e r r e n Kommandanten die Wahlordnung vorzulegen.
Das ist der Hauptgrund, der zur Verzögerung des W a h i t e r m i n s v g e führt hat. Soweit wir u n t e r r i c h t e t sind, soll der Magistrat mit Mehrheit, r ,..
die Auffassung v e r t r e t e n haben, daß es nicht zweckmäßig sei, den H e r r e n •
Kommandanten die Wahlordnung vorzulegen, da wahrscheinlich irgendeine
Kommandantur sie doch nicht genehmigen würde.
(Hört! Hört!)

'

' '

Wir sind verwundert, daß der Magistrat oder diejenigen Mitglieder des
M a g i s t r a t s , die diesen Beschluß gefaßt haben sollen- zu einer solchen Stellungnahme gekommen sind. Denn e r s t e n s einmal obliegt es nicht dem U r t e i l
des M a g i s t r a t s , wenn die Stadtverordnetenversammlung den Beschluß faßt
und die Feststellung trifft, daß die Wahlordnung vorgelegt werden muß, zu
einer anderen Auffassung zu kommen. Zweitens ist es eine Voreingenommenheit gegenüber den Kommandanturen, die uns auf keinen F a l l zusteht. E s
wäre Angelegenheit d i e s e r zuständigen Kommandantur gewesen, gegenüber
der Welt zu e r k l ä r e n : wir v e r h i n d e r n in Berlin die demokratische E n t s c h e i dung der Bevölkerung.
Meine Damen und H e r r e n ! Heute verlautet nach einer Meldung von
SNB, daß der r u s s i s c h e n Kommandantur die Wahlordnung nicht vorgelegen
habe und sie daher nicht pünktlich genug bestätigt werden konnte. Der H e r r
Stadtverordnetenvorsteher hat vorhin mitgeteilt, daß drei Kommandanten
innerhalb 48 Stunden nach der Vorlage die Wahlordnung nunmehr genehmigt
haben.
        
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