Path:
Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

85

19

ist mein ganzer Anteil daran gewesen.
F ü r meine eigene P e r s o n kann ich nur wiederholen, daß ich wohl a m
b e s t e n weiß, wie schwer sich H e r r Stadtrat Schmidt gegen die Verfassung
vergangen hat, wie schwer er es uns macht, eine kollegiale Arbeit i m Mag i s t r a t aufrechtzuerhalten. Es ist durchaus nicht so, a l s wenn ich irgendwie ein solches Verfahren verhindern oder auch nur aufhalten wollte. Als
derzeitiger s t e l l v e r t r e t e n d e r O b e r b ü r g e r m e i s t e r habe ich die Aufgabe, für
die Innehaltung der Verfassung zu sorgen. Das bedarf keines Hinweises.
I m m e r h i n halte ich es für notwendig, von dieser Erklärung hier Kenntnis
zu nehmen. E s wäre außerordentlich schmerzlich, wenn in der Öffentlichkeit irgendwie der Eindruck bestände, als wenn meine Haltung in der F r a g e
Schmidt unsicher gewesen w ä r e .
(Beifall bei der

CDU.)

Stadtv, Dr. S U H R (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Der H e r r B e r i c h t e r s t a t t e r hat darum gebeten, daß ich kurz zu der Angelegenheit Stellung
nehme, insbesondere zu den Bedenken, die H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s burg gegen das Verfahren oder die gegenwärtige Durchführung des Verfahrens
zum Ausdruck gebracht habe. Ich kann mich dabei ganz kurz fassen. Ich darf
feststellen, daß H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g in Gegenwart der g e nannten H e r r e n Stadträte zunächst gewisse allgemeine politische Bedenken gegen die Durchführung des Verfahrens in diesem Augenblick vorbrachte und
dann darauf hinwies, daß von Seiten der zuständigen Magistratsmitglieder formale Bedenken zum Vortrag gebracht würden. Ich habe dann sofort darauf
hingewiesen, daß die politische Seite dieser Angelegenheit nicht mit m i r , sondern mit den Fraktionen zu besprechen sei, daß die f o r m a l - j u r i s t i s c h e n B e denken die F r a g e auftauchen ließen, ob es sich um eine formelle Beschwerde
gegen den Vorsitzenden eines A u s s c h u s s e s der Stadtverordnetenversammlung
handele oder nicht, H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. Friedensburg hat sofort e r k l ä r t ,
daß es keine formelle Beschwerde sei, daß es aber doch zweckmäßig e r scheine, " einmal über diese Bedenken;, die im K r e i s e des Magistrats entstanden seien, zu sprechen. Ich habe es nach kurzen Erklärungen der H e r r e n
Stadträte Dr. Kielinger und Dr. Haas für richtig gehalten, H e r r n Dr. Lucht
in einer s p ä t e r e n Stunde hinzuzubitten. E s hat dann eine A u s s p r a c h e zwischen
H e r r n Stadtv. Dr. Lucht und den H e r r e n Stadträten Dr. Kielinger und Dr.
Haas stattgefunden. Aber es scheint m i r neben der politischen Seite dieser
F r a g e , die hier von den F r a k t i o n s r e d n e r n behandelt worden ist, entscheidend
zu sein, mit. laller Deutlichkeit besonders gegenüber den Bedenken, die
H e r r Stadtrat Dr. Kielinger vorgebracht hat, zu betonen, daß auch nicht ein
Funke irgendeines Verdachtes zurückbleiben darf, als ob der Au sschuß seiner
verfassungsrechtlichen und staatsrechtlichen Aufgabe nicht gerecht geworden
wäre.
(Sehr richtig!)
Ich würde meine Pflicht als Stadtverordnetenvorsteher und als Vorsitzender des Verfassungsausschusses verletzt haben, wenn ich nicht diese
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.