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Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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85

gewandt. Die Unterschrift dieser Eingabe an die Stadtverordnetenversammlung lautet nicht F r i e d e n s b u r g , sondern Louise Schroeder.
(Hört! Hört!

bei der CDU.)

Also wenn überhaupt jemand ein Vorwurf gemacht werden könnte - er
ist vollkommen unberechtigt -, dann könnte in diesem Falle der Vorwurf nicht H e r r n Dr. F r i e d e n s b u r g gemacht werden, sondern er müßte
der von uns allen so sehr v e r e h r t e n F r a u O b e r b ü r g e r m e i s t e r Schroeder
gemacht werden. Diese Methode, in der Öffentx. ;hkeit gegen jemand zu
polemisieren, beweist leider nur, daß man alle möglichen Dinge an den
Haaren herbeizieht,
,
(sehr richtig! bei der CDU)
u m irgend jemand, den man nicht gern hat, aus irgendwelchen Gründen
in der Öffentlichkeit bloß zu stellen.
Ich stelle daher fest, daß sich H e r r BürgerrxEister Dr. F r i e d e n s burg in d i e s e r Angelegenheit vollkommen k o r r e k t verhalten hat. Ich stelle
f e r n e r fest, daß die CDU sich durch solche Methoden nicht dazu bewegen
l a s s e n wird, die demokratische Front, die wir in Berlin in u n s e r e m schwer e n Kampf haben, irgendwie zu e r s c h ü t t e r n . Auch das, was in d i e s e r B e ziehung in dem Zeitungsaufsatz angeführt worden ist, ist alles aus den "j
F i n g e r n gesogen und r e i n e r Unsinn.
. ; ,::
, r!
(Beifall bei der CDU.)
Stadtv. N E U M A N N (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Aus
Zeitmangel habe ich leider die heutigen Zeitungen nicht l e s e n können und
kann daher zu dem, was der H e r r Kollege Dr. Schreiber über den Artikel
i m " T a g e s s p i e g e l " soeben v o r g e t r a g e n hat, nichts sagen.
(Zuruf von der SPD: Das haben wir auch nicht zu
vertreten!)
.
- Ich habe es auch nicht zu v e r t r e t e n . - Ich will nur sachlich folgendes
feststellen. Wir werden keine Angriffe unterstützen, die nicht irgendwie
gerechtfertigt sind. Ich kann mich bedauerlicherweise daher nicht zu "diesem P r o b l e m äußern. Ich freue mich, feststellen zu können, daß wir sachlich, wie sich aus den Ausführungen des H e r r n Kollegen Dr. Schreiber
ergibt, durchaus einer Meinung sind, daß in der Sache des H e r r n Stadtrats
Waldemar Schmidt k e i n e r l e i Meinungsverschiedenheiten bestehen. Das
ist das Wesentliche bei diesem P r o b l e m ; darauf kommt es an. Wenn der
B e r i c h t e r s t a t t e r vielleicht in einige Äußerungen eine gewisse Schärfe
hineingetragen hat, die von H e r r n Dr. Schreiber bedauert worden ist, so
möchte ich doch darauf hinweisen, daß sie aus den Sorgen entstanden ist,
die ja in der Zeit vor 1933 nicht unbedeutend waren.. Damals hat die R e publik aus formalistischen Bedenken h e r a u s sich selbst so viele Schwierigkeiten gemacht, daß sie nachher nicht m e h r die Kraft fand, gegen die
Feinde der Republik die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.
(Zustimmung bei der SPD.)
        
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