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Periodical volume Nr. 85, 8. Oktober 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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' Drittens wurde festgestellt, daß Stadtrat "Waldemar Schmidt der Aufforderung der Stadtverordnetenversammlung vom 20. 9. , in der nächsten
Sitzung zu erscheinen, nicht Folge geleistet hat, daß e r vielmehr dem
S t e l l v e r t r e t e r des amtierenden O b e r b ü r g e r m e i s t e r s mitgeteilt hat, er
werde auch diesen Beschluß nicht r e s p e k t i e r e n .
Schließlich ergab sich daß in d i e s e m Verhalten des Stadtrats Wald e m a r Schmidt ein Verstoß gegen A r t . 9 Abs. 2 und A r t . 11 A b s . 3 d e r :
Vorläufigen Verfassung zu erblicken sei.
Entsprechend den Vorschriften der Vorläufigen Verfassung haben
Sie danach die Einberufung des in A r t . 9 Abs» 2 vorgesehenen besonderen
A u s s c h u s s e s der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und diesen .
Ausschuß angewiesen, am Mittwoch, dem 29. September, z u s a m m e n z u t r e t e n und in der ursprünglich für den letzten Dienstag angesetzten Stadtv e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g , die dann auf heute verschoben wurde, dem Hause zu berichten.
• •
Die Zusammensetzung dieses A u s s c h u s s e s haben Sie dann, dem b i s herigen Brauch folgend, nach der Stärke der P a r t e i e n im Verhältnis
4:2:2:1 vorgenommen. Sie haben weiter beschlossen, daß der Ausschuß
aus 9 Stadtverordneten bestehen soll, und haben die soeben von den anwesenden Fraktionen vorgeschlagenen Stadtverordneten gewählt. Die beiden
übrigen Ausschußplätze haben Sie der SED-Fraktion vorbehalten und damit
d i e s e r das Recht gegeben, zwei i h r e r Fraktionsmitglieder in den Ausschuß
zu delegieren. Dabei haben Sie die vom Hause seinerzeit beschlossene Geschäftsordnung angewandt.
Der H e r r V o r s t e h e r hat dann laut Protokoll ausdrücklich festgestellt,
daß damit der Untersuchungsausschuß gewählt sei, und dieser Feststellung
hat niemand widersprochen, auch keines der anwesenden M a g i s t r a t s m i t glieder.
Mit dem gleichen Beschluß haben Sie H e r r n Stadtrat Schmidt aufgefordert, zu der auf Mittwoch, den 29. September, 17 Uhr, einberufenen
;
AusschußSitzung zu erscheinen.
Diese wichtigen Feststellungen mußte ich vorweg treffen, weil Sie x
und die g e s a m t e Bevölkerung Berlins nur so die Vorgänge, die sich dann
ereigneten, richtig v e r s t e h e n können.
Der auf Mittwoch 17 Uhr einberufene Ausschuß hatte folgende T a g e s ordnung: X.Konstituierung des A u s s c h u s s e s , 2. Verhandlung über das V e r halten des Stadtrats Schmidt, entsprechend dem Beschluß vom 27. Septemb e r . In der Sitzung erschienen die von der sozialdemokratischen Fraktion
vorgeschlagenen und von Ihnen gewählten vier Stadtverordneten Mattick,
Bach, Hübner und ich, von der L D P - F r a k t i o n der Stadtverordnete M a r k e witz und von der CDU der Stadtverordnete von Broich-Oppert. An Stelle des
leider verhinderten Fraktionsvorsitzenden der CDU H e r r n Landsberg e r schien der zweite Fraktionsvorsitzende H e r r Stadtverordneter Rausch.
        
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