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Periodical volume Nr. 83, 20. September 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

83

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demokratischen Fraktion vor, der läutet?
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Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen;
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l. v J D i e K ä s t e n f ü r d i e B e s t a t t u n g d e s a m 9 . S e p t e m b e r
1948*auf d e m P a r i s e r P l a t z e r s c h o s s e n e n Wolfgang
S c h e u n e m a n n w e r d e n von der Stadt ü b e r n o m m e n .
*2.) W e n n A n g e h ö r i g e d e r fünf V e r u r t e i l t e n o d e r d e r i m
Z u g e d e r E r e i g n i s s e d e s 9. S e p t e m b e r 1 9 4 8 a u f d e m
P a r i s e r Platz Verhafteten sowie Verletzte oder d e r e n
A n g e h ö r i g e in Not g e r a t e n , sind d i e s e n Beihilfen z u
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Das Wort hat zur Begründung dieses" Antrages Frau Stadtv. Krappe.
• Stadtv. Frau K R A P P E (SPD).: Meine Damen und Herren! Aus
Protest gegen die wiederholte Störung der Arbeiten der Stadtverordnetenversammlung, insbesondere am 6. September, hatten die demokratischen
Parteien die Bevölkerung Berlins aufgerufen, am 9. September vor dem
Reichstag zu demonstrieren. Diese Demonstration wurde zu einer wuchtigen Willenskundgebung und hat deutlich die wirkliche Meinung der Berliner Bevölkerung gezeigt, die voll und ganz hinter den demokratischen Parteien steht und durch diese Kundgebung die kommunistische Linie für Berlin vollkommen abgelehnt hat. Bedauerlicherweise passierten auf dem"1
Heimweg der Demonstranten am Pariser Platz Zusammenstöße mit der
Markgraf-Polizei. Die Markgraf-Polizei hinderte die Passanten am normalen Weitergehen. Dadurch kamen Ausschreitungen zustande, die wir
aufs Tiefste bedauern. Diese Ausschreitungen führtendann zu Verhaftungen,
leider auch zu Verurteilungen. Wir haben Verletzte zu beklagen und S.uch
ein Todesopfer. Wolfgang Scheunemann ist das Todesopfer vom 9. September. Die Riesenbeteiligung bei seiner Bestattung, der große Trauerzug und
insbesondere die Anteilnahme der Bevölkerung, die rechts und links die
Straßen umsäumte, zeigte deutlich die Anteilnahme und die Sympathie der
Bevölkerung für dieses jugendliche Opfer* Wer in diesem Trauerzug mitging, war erschüttert von der Anteilnahme und konnte vieles in den Gesichtern dieser Menschen lesen, die die Straßen umsäumten.
Die
Jugendorganisation
der'Falken"hat nun an die Stadtverord
netenverSammlung eine Bitte gerichtet. Sie schreiben:
Unsere Bitte geht dahin, daß die Fraktion dem Stadtparlament geeignete Anträge zur Unterstützung der Hinterbliebenen und zur Übernahme der Bestattungskosten durch
die Stadt Berlin schnellstens zur Beschlußfassung vorlegt.
Es ist für uns selbstverständlich, daß wir mindestens die
materielle Belastung den Eltern abnehmen. Namentlich den
Eltern gegenüber sind wir 1-eider nicht in der Lage, ihnen
        
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