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Periodical volume Nr. 82, 8. September 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Augenblicklich ist die Lage so: ich muß täglich sehen, die Gelder
für den Osten wie für den Westen und für die Hauptverwaltung für diesen
und für jenen Betrieb zusammenzubekommen. Könnte ich von meinem Guthaben wirtschaften, dann w ä r e es einfach.
Man sieht, daß u n s e r e Berechnungen; die wir damals Mitte August
angestellt haben, nicht zu optimistisch waren. Wir wären ohne w e i t e r e s
nach zwei oder höchstens d r e i Ubergangsschwierigkeiten wieder in der L a ge gewesen, u n s e r e öffentliche Wirtschaft wie gewohnt ordnungsmäßig abzuwickeln und ohne Fehlbetrag auszukommen. Auch das Gespenst der Ausgabe
für Arbeitsausfallunterstützung hat sich nicht so schlimm erwiesen. Z u e r s t
hatten wir 30 Millionen für Juli und August angefordert. In Wirklichkeit
kam viel weniger h e r a u s . Wir kommen jetzt i m Monat mit 7 bis 8 Millionen a u s . Also die Abteilung für Arbeit hat die Ausgaben hier erheblich ü b e r schätzt.
Ich möchte jetzt zu dem zweiten Punkt sprechen: der Lohn- und Gehaltszahlung. Die Löhne und Gehälter wurden bei uns früher a m 15. jeden
Monats bezahlt. Im August hatten wir eingeführt: a m 10. und 20. jeweils
eine Hälfte. Auf Grund der dritten Durchführungsverordnung war für die
Westsektoren e r r e i c h t worden, daß 25% d i e s e r Gehälter in W e s t m a r k g e zahlt werden können. Die Westalliierten haben ebenfalls erhebliche Beträge
für u n s e r e öffentliche Wirtschaft beigesteuert. Ich will Ihnen die Zahlen
nicht vorenthalten. Die Westbezirke haben rund 34 Millionen W e s t m a r k e r halten und die Hauptverwaltung mit ihren Eigenbetrieben usw. rund 50 Millionen. Wir haben also vom Westen zum Teil m e h r erhalten a l s aus u n s e r e m
Guthaben im Osten. Die Westregelung sieht ja vor, daß wir eine Monatsausstattung erhalten. Diese Monatsausstattung ist berechnet worden für die
westlichen Sektoren und den entsprechenden Teil der Hauptverwaltung auf
rund 137, sagen wir, 140 Millionen Mark. Wir haben also diese 140 Millionen Mark noch nicht in Anspruch genommen.
Sie dürfen überzeugt sein, daß wir - meine Verhandlungen gehen j e denfalls dahin - i m m e r alles versuchen, um u n s e r e Angestellten und A r beiter mit den notwendigsten Geldern zu v e r s e h e n .
Aus meiner Schilderung geht klar h e r v o r : ich habe an einem Tage
eine Zusage, und wenn ich das Geld nicht gleich abhole, ist vielleicht a m
nächsten Tage die Zusage schon hinfällig geworden. E s ist ja nicht i m m e r
möglich, gleich 25 Millionen auf dem Lastwagen zu laden und irgendwohin
zu bringen. Wir haben zu allen Mitteln gegriffen. Das eine Mal haben wir
50 Pfennig-Stücke der BVG geholt, um wenigstens den im Ostsektor wohnenden Magistratsangestellten 50 Mark geben zu können. Die m e i s t e n M a g i s t r a t s angestellten haben bis heute, sofern sie im Ostsektor wohnen, nur 150
Mark für August erhalten. Vor zwei Tagen war es nun endlich möglich,
von der r u s s i s c h e n Stelle die Zusage zu erhalten, daß jetzt den M a g i s t r a t s angestellten, soweit sie im r u s s i s c h e n Sektor wohnen, die Restbezüge für
den Monat August gezahlt werden können.
        
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