Path:
Periodical volume Nr. 82, 8. September 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

82

31

Die einheitlich von einem Punkte aus, nämlich von der Finanzabteilung
gelenkte oder geleitete öffentliche Finanzwirtschaft ist seit l ä n g e r e r Zeit
sowohl in der Mittelversorgung wie im Mittelverbrauch beschränkt. Die
Trennung kam durch folgende Umstände. Es wurden u n s e r e Konten, u n s e r e
Guthaben nicht freigegeben; z u e r s t im Osten nicht, dann auch im Westen
nicht. Über Westguthaben, die im Stadtkontor liegen, kann bekanntlich augenblicklich weder der P r i v a t e noch die öffentliche Wirtschaft verfügen. In
dem Magistratsbeschluß, den ich mehrfach angezogen habe, war als e r s t e
F o r d e r u n g aufgestellt: F r e i g a b e aller Guthaben, und zwar aller nach den
gesetzlichen Vorschriften umgewerteten Guthaben. Wenn diese F r e i g a b e
erfolgt w ä r e , hätten wir u n s e r e Wirtschaft, die öffentliche wie die p r i v a t e ,
wieder in Ordnung bringen können. Aber leider ist das nicht e r r e i c h t worden. Alle meine Verhandlungen sowohl in K a r l s h o r s t wie auf der anderen
Seite bei Omgus usw. hatten i m m e r nur ein Z i e l : die Guthaben freizubekommen, frei darüber verfügen zu können, nicht nur für die öffentliche
Wirtschaft, sondern auch für die private Wirtschaft, und dadurch die Einheitlichkeit u n s e r e r Verwaltung zu retten. Leider ist das bis heute nicht
geglückt. Im Gegenteil, die Entwicklung ist weiter nach dem Auseinanderlaufen gegangen. Darüber einige kurze Worte.
In der Zeitung sind oft die 15 Millionen genannt worden, und es i s t
die F r a g e gestellt worden, was der K ä m m e r e r mit diesen 15 Millionen,
die am 6. August zur Verfügung gestellt wurden, gemacht habe. Ich will
Ihnen gern darüber Rechenschaft geben. Da hatten wir den Bedarf - wir
können den Bedarf nur noch für jede Woche festlegen, oft nur noch für j e den Tag, mitunter ist es sogar nach Stunden schon wieder a n d e r s - auf 24
Millionen für ganz Berlin geschätzt und angefordert. Bei den Verhandlungen
mit den r u s s i s c h e n Stellen waren uns diese 24 Millionen zugesagt worden.
Diese 24 Millionen wurden nach den bisherigen Grundsätzen, wie sie im
Haushaltsplan niedergelegt sind, verteilt. Unter a n d e r e m waren vorgesehen
rund 5 Millionen für Arbeitsausfallunterstützung.und da ja die A r b e i t s a u s fallunterstützung zum größten Teil für die westlichen Sektoren in F r a g e kam,
fielen diese 5 Millionen beinahe r e s t l o s nach dem Westen. Wir haben a b gehoben an dem einen Tag 5 Millionen - genau waren es 4, 3 Millionen - ,
a m nächsten Tag 10 Millionen und warteten nun, daß am nächsten Tag der
Rest gegeben würde, wie v e r s p r o c h e n . Das geschah aber nicht, sondern es
war mit der Hergabe für eine Zeit Schluß. Wir haben überhaupt seit dem
9. August Mittel, also O s t m a r k m i t t e l aus u n s e r e m Guthaben beim Stadtkontor - ausgenommen ganz geringe F ä l l e , wie einmal 100 000 Mark nach Spandau - nicht mehr nach dem Westen bringen können. Alle Verhandlungskunst
hat dabei nichts genutzt.
I m m e r wieder hat der Magistrat versucht, die Sache wieder in Gang
zu bringen, und zwar i m m e r nach Verhandlungen mit allen vier Besatzungsmächten. Der letzte Versuch, den wir unternommen hatten, war a m 18.
August. Da hatten wir die großen Grundsätze u n s e r e r öffentlichen Wirtschaft
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.