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Periodical volume Nr. 81, 6. September 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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a b e r auf die Dauer der Berliner Bevölkerung viel s c h w e r e r e Sorgen auferlegen würde als etwa die, die jetzt bestehen und die vor allen Dingen - und
das scheint m i r das Entscheidende zu sein - die Entwicklung Berlins für
die Zukunft auf das e r n s t e s t e beeinträchtigen könnte. Berlin kann auf die
Dauer nur existieren als Hauptstadt Gesamtdeutschlands.
(Sehr richtig!)
Es hat keine Entwicklungsmöglichkeiten, wenn es nicht diesen Standpunkt
mit aller Deutlichkeit u n t e r s t r e i c h t .
(Sehr gut!)
E s handelt sich also für uns nicht nur u m die Bekundung u n s e r e s Willens
der F r e i h e i t und Unabhängigkeit, sondern es handelt sich zugleich auch um
u n s e r e Bekundung zur Zukunftsentwicklung B e r l i n s , wenn wir dringend bitten:
schließt die böse, schwere Zeit jetzt nicht aus einer unbegründeten Angst
vor dem Winter mit irgendeiner schlechten unbefriedigenden Lösung ab. Ich
darf Ihnen jedenfalls v e r s i c h e r n , daß der Magistrat unter den gewiß beispiellos schwierigen Umständen, unter denen wir arbeiten, a l l e s tun wird, damit
diese Lebensnotwendigkeiten Berlins gewahrt bleiben, damit d i e s e r Winter
auch gut überstanden wird.
(Allseitiger Beifall.)
V o r s t e h e r S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! H e r r B ü r g e r m e i s t e r
Dr. F r i e d e n s b u r g hat die m i r bisher nicht bekannte Tatsache mitgeteilt, daß
36 seiner Mitarbeiter noch der F r e i h e i t beraubt sind. Nichts kennzeichnet
m e h r als diese Tatsache die Schwierigkeiten, unter denen die B e r l i n e r Selbstverwaltung zu arbeiten hat. Aber ich glaube mich zum Dolmetsch I h r e r aller
Ansicht und Auffassung zu machen, wenn ich nicht nur diesen, sondern allen
Angestellten des Stadthauses danke, die uns heute und in den letzten Tagen
bei u n s e r e r Arbeit geholfen haben.
(Beifall.)
Ich muß Ihnen eine weitere Mitteilung machen. Ich bekomme die Nachricht,
daß F r a u O b e r b ü r g e r m e i s t e r Louise Schroeder, mit der ich v o r g e s t e r n noch
ein lebhaftes Telephongespräch geführt habe, in i h r e m Krankheit s zu stand sich
erheblich v e r s c h l e c h t e r t hat. Ich hoffe, daß die aus u n m i t t e l b a r e r Nähe s t a m mende b e s o r g n i s e r r e g e n d e Mitteilung nicht in vollem Umfang i h r e Bestätigung
finden wird. Aber ich glaube, wir sind alle verpflichtet, dieser F r a u , die sich
im Dienste der Stadt aufgeopfert hat, u n s e r e h e r z l i c h s t e n Wünsche zu ü b e r mitteln in der Hoffnung, daß sie bald wieder in der Lage sein wird, ihren
P l a t z hier an der Spitze der Selbstverwaltung Berlins wieder einzunehmen.
(Beifall.)
Wir t r e t e n nun in die A u s s p r a c h e ein. Das Wort hat F r a u Stadtv.
Krappe.
        
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