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Periodical volume Nr. 54, 29. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Das letzte, was ich noch sagen wollte, ist folgendes. Auch die
Zahl der in Berlin vorhandenen betriebsfähigen Maschinen ist g e s t i e gen. Ende 1946 waren gemeldet 59 550 betriebsfähige Maschinen ohne
Bauindustrie, 1947 waren gemeldet 65 150 betriebsfähige Maschinen.
E s liegt also auch hier eine Steigerung um 11% vor. Wenn irgend etwas, so sind es diese Ziffern, die ganz klar zeigen, daß von einer V e r minderung der Kapazität in Berlin nicht die Rede sein kann und daß
die Behauptung sinnlos ist, es hätten Industrieverlagerungen von B e r lin nach dem Westen b e s o n d e r s mit der Wirkung stattgefunden, daß die
B e r l i n e r Beschäftigung oder die B e r l i n e r Produktion darunter gelitten
hätte.
Nun haben wir allerdings noch etwas zu verzeichnen, was ebenfalls
nicht u n i n t e r e s s a n t ist. Wir haben nämlich nicht nur keine V e r l a g e r u n gen nach dem Westen feststellen können, sondern es sind im Gegenteil
beträchtliche Anfuhren nach Berlin erfolgt. Genau das Gegenteil dessen
ist der F a l l , was i m m e r wieder behauptet worden ist. Ich habe allein
aus dem Maschinenbau folgende Meldungen. Im Laufe des letzten halben
J a h r e s 1947 sind nach Berlin gekommen - ich nenne nur die Hauptposten 14 Benzinmotoren und Dieselmotoren, eine Doppelständerhobelmaschine,
ein horizontales Bohrwerk, acht e l e k t r i s c h beheizte Kammeröfen, 30
Spinnmaschinen, eine komplette Getreideannahmeanlage, 3 Dampfturbinen,
Gewindeschleifmaschinen, Reihenbohrmaschinen, M e s s e r , Kopfschleifmaschinen, 5 Hochleistungsschnellhobelmaschinen, 234 Kollis mit einer
schweren Karusseldrehbank, die allein 200 t ausmacht. Allein d i e s e s Objekt ist umfangreicher als alles d a s , was von der Abteilung Wirtschaft
an Verlagerungen nach dem Westen genehmigt wurde. Dazu kommen zahlr e i c h e Druckereimaschinen, zahlreiche Werkzeugmaschinen. Ifi der Elekt r o i n d u s t r i e , in der chemischen Industrie liegen die Verhältnisse ganz
genau so. Ich habe m i r nur in wenigen Stunden aus meiner Abteilung d a r über berichten lassen, weil die F r a g e e r s t g e s t e r n an uns h e r a n t r a t , inwieweit von der anderen Seite Lieferungen nach Berlin gekommen sind.
E s ist noch eine Antwort zu geben, der ich mich nicht entziehen
will. Dabei handelt es sich um die F r a g e der Sitzverlegung. Wenn schon
keine B e t r i e b s v e r l a g e r u n g e n von Berlin nach dem Westen erfolgt sind
- ich bitte Sie: nennen Sie m i r einen einzigem Betrieb, der nach dem
Westen v e r l a g e r t worden ist -, wenn schon von B e t r i e b s v e r l a g e r u n g e n
nach dem Westen nicht geredet werden kann, w a r u m wird dann soviel Wesens aus den Sitzverlegungen gemacht. Auch hier möchte ich Sie bitten
- Sie haben die Ziffer von 170 Sitzverlegungen genannt - : nennen Sie m i r
einen einzigen Fall, in dem mit einer Sitzverlegung auch eine B e t r i e b s verlagerung verbunden gewesen i s t ! Warum erwecken Sie denn den Eindruck, als ob Sitzverlegung und B e t r i e b s v e r l a g e r u n g irgend etwas m i t -
        
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