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Periodical volume Nr. 77, 15. Juli 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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in den Westsektoren eine Regelung ebenso wie in den "Westzonen erfolgen
sollte, nämlich im Verhältnis 10: 1, was wir hoffen.
Gegenüber diesen Altguthaben betragen in ganz Berlin die Guthaben
seit der Kapitulation bei sämtlichen Geldinstituten einschließlich P o s t s c h e c k a m t sehr viel weniger, nämlich nur rund 1 1/2 Milliarden RM, und zwar
waren, was die P r i v a t p e r s o n e n und F i r m e n angeht, beim Stadtkontor vor
der Geldreform 800 Millionen bei der S p a r k a s s e , der Volksbank an G i r o guthaben zusammen 250 Millionen und beim Postscheckamt 460 Millionen,
z u s a m m e n rund 1 l / 2 Milliarden RM vorhanden. Das heißt: für diese P r i vatleute und für die P r i v a t f i r m e n würde bei der Umstellung von 10:1 nur ein
Betrag von etwa 150 Millionen für ganz Berlin herauskommen gegenüber
einem Bargeldumlauf von 500 oder 600 Millionen. Aber auch über diese k l e i ne Summe von 150 Millionen RM kann von P r i v a t p e r s o n e n bekanntlich z. Zt.
nur bis zur Höhe von 5 000 M Altgeld d. h. 500 Mark Neugeld p r o Konto
verfügt werden, während diejenigen Beträge, die 5 000 Mark Altgeld ü b e r steigen, bekanntlich einer Nachprüfung durch die Finanzämter unterliegen,
ehe sie auf Neugeld im Verhältnis 10:1 umgestellt werden. Allerdings können
F i r m e n in den Westsektoren bis zum Zehnfachen einer monatlichen G e h a l t s zahlung in Altgeld erhalten und darüber verfügen, d.h. also eine Monatslohnsumme in neuem Geld. E s ist also durchaus kein Wunder, wenn das
z. Zt. in Berlin verfügbare Buchgeld nicht ausreicht, um die Zahlungs- und
Uberweisungsbedürfnisse von Industrie, Handel und Gewerbe voll zu decken.
(Stadtv. Dr. T i b u r t i u s : Daß Altguthaben bestehen, ist gerade
das P r o b l e m ! )
- Natürlich, die bestehen.
(Stadtv. Dr. Tiburtius: Eben leider nicht. - Glocke des Vorstehers. )
V o r s t e h e r S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Ich bitte doch, die
Zwischenrufe zu u n t e r l a s s e n !
(Sfcajdtv. Dr. Tiburtius: Der Zwischenruf ist* doch erlaubt, er.
fördert doch die Erkenntnis der Dinge. )
Ich bitte den Redner fortzufahren!
Stadtrat H E I N Z E L M A N N : Dazu kommt aber weiter, daß von
den sowjetischen Behörden verfügt worden ist, daß diejenigen Guthaben, die
Bewohnern und F i r m e n der Westsektoren bei Geldinstituten des O s t s e k t o r s
zustehen, bisher überhaupt g e s p e r r t sind. Und schließlich ist zu bedenken,
daß die öffentlichen Guthaben, soweit sie aus dem laufenden Haushaltsjahr
h e r r ü h r e n , bekanntlich 1:1 umgestellt werden, im übrigen aber nur 10:1,
daß diese Guthaben nicht etwa frei verfügbar sind, sondern ebenfalls g e s p e r r t
sind, wie vorhin schon ausgeführt wurde. Der K ä m m e r e r erhält nur nach
Maßgabe seines notwendigsten Bedarfes und nach mühsamen Verhandlungen
jeweils gewisse Beträge frei.
Ich hoffe, daß durch das, was ich über die Kontenverhältnisse sagte,
        
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