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Periodical volume Nr. 54, 29. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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In dem Augenblick haben Sie jedenfalls einen B e t r i e b oder einen Konzern geschaffen, von dem die Abteilung Wirtschaft, die für die P l a nung und für die Wirtschaft in ganz Berlin zuständig sein sollte, k e i ne Ahnung hat, und dagegen haben wir uns mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mitteln zu wenden.
(Sehr richtig.')
Wir wollen wiederholen: wir wünschen, daß a l l e s , was wirtschaftlich in Berlin geschieht, einheitlich geschieht. Sie sind doch i m m e r für
die Einheit. Also betonen Sie doch auch die wirtschaftliche Einheit machen Sie es doch einmal wahr, daß wir diese Dinge ausschalten und
ausrotten, die Sie so w a r m befürworten.
Ich habe mich aber auch noch ganz entschieden dagegen zu wehren,
daß hier u n t e r s t e l l t wurde, daß wir Konzerninteressen verteidigen. Meine Damen und H e r r e n ! Man hat hier die Dinge doch auf ein etwas ander e s Gleis geschoben. Wir verteidigen b e s t i m m t keine Monopolunternehmungen. Das habe ich, wie ich glaube, bewiesen.
(Zurufe von der SED^)
- Wann denn, wo denn? Das s t i m m t nicht. - Ich verteidige aber die Menschen, die man von b e s t i m m t e r Seite aus i m m e r wieder als Aktivisten,
K r i e g s v e r b r e c h e r . oder wie i m m e r bezeichnet. Das P r i n z i p , das H e r r
Stadtrat Klingelhöfer angeführt hat, das Rechtsprinzip, muß ü b e r a l l
auch hier zum Durchbruch kommen, und wenn Sie das verweigern, m e i ne Damen und H e r r e n , dann wäre es, glaube ich, für die Wirtschaft
B e r l i n s schlecht.
E s wurde dann hier - ich glaube es war vom Kollegen Baum - davon gesprochen, daß Schwierigkeiten mit dem Magistrat auftraten, u . a .
auch m i t dem Stadtkontor Schwierigkeiten der Finanzierung und d e r g l e i chen. Nun, es ist doch eigentlich i m m e r üblich, daß man sich vorher
o b e r die Renfeäaibilität der Betr'ie'be ein^Bild macht, e-he man Kritik übt,
und wenn das Stadtkontor den 70 Millionenkredit, der beantragt worden
ist, ablehnen mußte, dann wird es wohl seine Gründe haben. Denn wir
w i s s e n z. B. von einigen F i r m e n - ich möchte nicht all die Namen aufführen, die dafür notwendig wären, es würde zu lange dauern -, daß
eine Fülle unrentabler Betriebe mit enteignet, mit s e q u e s t r i e r t worden
sind.
Wir haben also die Bitte, daß schnellstens die Möglichkeit geschaffen wird, daß der Magistrat der Stadt B e r l i n ernstlich in all d i e se Dinge eingeschaltet wird. Wir sehen noch nicht unbedingt einen E r folg darin, daß u n s e r e M a g i s t r a t s v e r t r e t e r nun im Verwaltungsrat m i t wirken können, denn ich befürchte, man wird ihnen nur das sagen, was
m a n ihnen absolut zu sagen wünscht, und d a r i n sehen wir auch eine Ge-
        
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