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Periodical volume Nr. 54, 29. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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m a g das v o l k s d e m o k r a t i s c h richtig sein, ist aber nach u n s e r e r Auffassung d e m o k r a t i s c h gesehen falsch, denn wir möchten meinen, daß
e r s t e n s dieser derzeitige Konzern, der sich da gebildet hat, gemeinwirtschaftlich b e s t i m m t nicht ist, schon allein geswegen nicht, weil
wir alle kaum etwas erfahren haben, was dort vorgeht. E s ist auch
gar nicht so, daß etwa nur Monopolunternehmen enteignet worden sind.
Wir verteidigen also absolut nicht K o n z e r n - I n t e r e s s e n . Wenn eine
D r o g e r i e , ein Blumenladen und was weiß ich, was es alles gibt - (Zuruf von der SED.)
- Selbstverständlich, sie sind aber nicht alle SS-Sturmbannführ e r g e wesen, Kollege Mewis, die verteidigen wir ebensowenig wie Sie. Wir
haben in u n s e r e r P a r t e i keine Menschen, die R i t t e r k r e u z t r ä g e r waren
und innerlich zu uns gehören.
(Beifall. - Zuruf von der SED: Aber N a z i - P r e i s k o m missare!)
- Darüber ließe sich vieles sagen, Kollege Winzer. Ich möchte nicht
auf a l l e s eingehen. Aber wir haben auch keine Generalstabsoffiziere
und dergleichen, die heute so groß in gewissen Gegenden Deutschlands
tätig sein dürfen, in Ihrer b e s o n d e r s .
(Stadtv. Landsberg: Auch als Minister!)
- Auch als Minister, wenn sie nur die Sudetenmedaille haben.
(Heiterkeit.)
Wir wenden uns dagegen, daß kleine und kleinste Betriebe beschlagnahmt werden. E s mag sein, daß der Inhaber aktiver Nazi w a r . Dann
muß er weg. Aber an seine Stelle setze man einen anderen Inhaber, aber
bitte nicht H e r r n Rumpf. Wir wollen im Ostsektor und in ganz Berlin
nicht einen neuen S a m m e l s u r i u m - K o n z e r n aufmachen,, sondern wir wollen, tatsächlich e r r e i c h e n , daß die Wirtschaft ordentlich und anständig
läuft. Wenn ich Ihnen z. B. sagen darf - und da muß ich dem Kollegen
Baum antworten -, daß Anfang Januar eine Besprechung mit einer T r e u handverwaltung stattgefunden hat, in der man sich durchaus d a r ü b e r einigen konnte, daß die P a r t e i e n eine Kommission bilden und mit Hilfe d i e ser Kommission feststellen sollen, ob die Betriebe rechtmäßig b e s c h l a g nahmt worden sind oder nicht, dann muß ich allerdings für meine F r a k tion e r k l ä r e n , daß wir nicht ganz der Auffassung sind, daß man zu d i e s e r
Kommission, die von den P a r t e i e n gebildet wird, nun ausgerechnet auch
noch die VVN hinzuziehen sollte. Wir haben gar nichts gegen die VVN,
im Gegenteil, wir möchten sogar e r r e i c h e n , daß die Männer und F r a u e n ,
die in der VVN oder, b e s s e r gesagt, die Opfer des F a s c h i s m u s , die in
Wirklichkeit ü b e r a l l sind, in e r s t e r Linie beim E r w e r b solcher Betriebe
Berücksichtigung finden. Aus d i e s e m Grunde wollen wir sie nicht zu
        
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