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Periodical volume Nr. 54, 29. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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vorigen Woche eine Aussprache mit H e r r n Rumpf gehabt. Ich habe m i r
erlaubt, bei H e r r n Rumpf zurückzufragen, und H e r r Rumpf teilt m i r
folgendes dazu m i t :
Auf Ihre Rückfrage teile ich Ihnen folgendes m i t .
In einer a m Mittwoch, dem 21. 1.48 stattgefundenen p e r sönlichen Besprechung habe ich H e r r n Stadtrat Klingelhöfer in Gegenwart der H e r r e n Dusiska, Wolf, Kessel
und Z i m m e r m a n n folgende Erklärung abgegeben: In den
der deutschen Treuhandverwaltung unterstehenden Betrieben
werden die F a b r i k a t e zu den gesetzlichen P r e i s e n h e r g e stellt und zum überwiegenden Teil an den privaten Großhandel abgeliefert. Auf der anderen Seite sind aber u n s e r e B e t r i e b e gezwungen, die für die Fabrikation erforderlichen
Materialien und Halbfabrikate zum erheblichen Teil zu ungesetzlichen P r e i s e n zu kaufen. E s findet aus d i e s e m Grunde
eine ununterbrochene Substanzminderung der T r e u h a n d b e t r i e be statt. Die Treuhandverwaltung wird aus d i e s e m Grunde
den Absatz i h r e r F a b r i k a t e durch geeignete Organisationen
an die Abnehmer gegen Lieferung entsprechender Waren o r ganisieren. Ich habe H e r r n Klingelhöfer ausdrücklich e r k l ä r t ,
daß diese Maßnahmen in dem Moment überflüssig sind, in
dem die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene
W a r e n v e r k e h r s Ordnung in Berlin in Kraft t r i t t .
(Stadtv. Dr. Reif: Wieso?)
Ich glaube, meine Damen und H e r r e n , daß diese E r k l ä r u n g sehr eindeutig
ist und daß sie keineswegs bedeutet, daß hier ein Teil der Berliner Wirtschaft abgespaltet wird, sondern hier wird im Gegenteil ein Beispiel geschaffen, das zeigt, was zu machen ist, wenn m a n ein wenig planmäßig an die
Produktion und an die Erfassung der einzelnen Rohstoffe herangeht. Ich
weiß nicht, meine Damen und H e r r e n , ob Ihnen bekannt ist, daß es t r o t z
der ungeheuren Not an industriellen V e r b r a u c h s g ü t e r n in einem Teil B e r lins möglich war, daß in den Betrieben Materialien liegen, die etwa für
eine Produktion von rund 20 bis 22 Monaten a u s r e i c h e n .
Ich habe m i r erlaubt, daraufhin einmal fünf Betriebe aus dem Bezirk
Tempelhof anzusehen. In diesen fünf Betrieben des B e z i r k s Tempelhof
sieht die Sache tatsächlich so a u s , und zwar nach ihren eigenen B e r i c h ten; aber jeder von uns weiß, daß d a s , was diese Betriebe wirklich b e s i t zen, wahrscheinlich noch weit über das hinaus geht, was sie berichten.
E s sind Betriebe d a r u n t e r , die angeben, sie seien mit Rohstoffen v e r s o r g t
bis zu 35 Monaten, andere bis zu 22 Monaten und 20 Monaten. Das sind
Durchschnittszahlen! Ich frage: was haben Sie dagegen, daß mit all diesen
Dingen aufgeräumt wird? Wir wünschten, daß das, was gegenwärtig im
Sowjetsektor geschieht, über ganz Berlin geschehen würde.
(Zurufe.)
        
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