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Periodical volume Nr. 74, 23. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Situation benötigt, um zielbewußt die Aufgaben durchzuführen, die sich zwangsläufig aus der Notwendigkeit, m e h r e r e Währungsreformen zu bewältigen, e r geben. B e r l i n hat damit seinen Willen zur Unabhängigkeit in d i e s e r E n t s c h l i e ßung erneut bekundet und dadurch einen Ruf nach g r ö ß e r e r Selbständigkeit unterstrichen.
Aber meine Damen und H e r r e n , mit dem Beschluß, der, wie ich sagte,
die B a s i s für die Arbeit des M a g i s t r a t s in den nächsten Tagen abgeben soll,
ist e r s t ein e r s t e r Schritt getan. Unter den gegenwärtigen politischen Spannungen, die leider zwischen den a l l i i e r t e n Mächten bestehen und die leider - und
ich sage nochmals leider - in dem bisher so ruhigen Berlin offenbar am heutigen Tage erzeugt worden sind, werden diese Arbeiten .besonders schwierig sein.
Wir werden damit rechnen m ü s s e n , daß wir in Kürze wieder z u s a m m e n t r e t e n
müssen.
Ich sage damit als Vorsitzender des V e r f a s s u n g s a u s s c h u s s e s zunächst
die für morgen einberufene Sitzung des V e r f a s s u n g s a u s s c h u s s e s ab und berufe
v o r s i c h t s h a l b e r auf m o r g e n mittag 1 Uhr den Ä l t e s t e n r a t . Ich behalte m i r aber
ausdrücklich vor, gegebenenfalls morgen früh eine außerordentliche Stadtverordnetensitzung zu m o r g e n erneut einzuberufen.
Meine Damen und H e r r e n ! Morgen j ä h r t sich in der deutschen Geschichte
ein Schicksalstag. Morgen vor 26 J a h r e n i s t Walter Rathenau e r m o r d e t worden.
Mit dieser Tat und mit diesem Tage ist damals die deutsche Währung und die
deutsche Politik in eine K r i s i s hineingeraten, die das Dasein des deutschen Volk e s und seine Zukunft e r s c h ü t t e r t hat. Heute stehen wir in einem ähnlich k r i s e n haften Zustand. Wiederum sind Währungsfragen mit politischen F r a g e n schicksalhaft verknüpft, und wiederum, m e h r a l s d a m a l s , an die Entscheidung a u ß e r deutscher Mächte gebunden. In diesem Notstande i s t die Währungsfrage zu einer
Bewährungsfrage der Berliner Politik geworden. Ich glaube der Hoffnung A u s druck geben zu dürfen, daß der Beschluß, den Sie, m e i n e Damen und H e r r e n ,
eben mit so großer Mehrheit gefaßt haben, den B e r l i n e r n diese Entscheidung
und Arbeit e r l e i c h t e r n mögei .
(Beifall. )
Die Sitzung ist g e s c h l o s s e n .
(Schluß der Sitzung 20 Uhr 13 Minuten.)

Berichtigung zum stenographischen Bericht der 71. Sitzung.
Auf Seite 119 sind in der vorletzten Zeile die Worte " z u r Hebung der Wirtschaft"
umzuändern in "Erhaltung der Wirtschaftseinheit", so daß der betreffende P a s sus -invder Rede, des Stadtv. Baum zu dem Antrag auf Zuteilung von W a s c h m i t teln und Seife lautet:
Wir glauben, daß H e r r Stadtrat Klingelhöfer nach der heutigen Rede von
fünf Viertelstunden nun eine Gelegenheit hätte,zunrybnindesten auf einem
kleinen Gebiete etwas für die Erhaltung der Wirtschaftseinheit B e r l i n s
zu tun.
        
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