Path:
Periodical volume Nr. 74, 23. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

74

22

Jede andere Regelung bedeutet eine Schädigung jedes einzelnen B e r liner Einwohners und der Gesamtheit der I n t e r e s s e n B e r l i n s .
Wir sagen d a r u m auch von d i e s e r Stelle aus der B e r l i n e r Bevölkerung:
Wer die westliche S e p a r a t i s t e n m a r k annimmt, v e r l i e r t die Grundlage
seiner Existenz.
(Zustimmung bei der SED. - W i d e r s p r u c h und Lachen bei der SPD,
CDU und L D P . )
Die Sparguthaben der B e r l i n e r Bevölkerung und die Gelder der Soz i a l v e r s i c h e r u n g liegen i m sowjetischen Sektor B e r l i n s .
Wir werden n i e m a l s u n s e r e Zustimmung dazu geben, daß d i e s e Gelder der B e r l i n e r Bevölkerung den monopolistischen I n t e r e s s e n der
Westmächte geopfert werden.
(Lebhafter Beifall bei der SED.)
Stadtv.
C H W A L E K (SED) : Meine Damen und H e r r e n ! Der
Magistrat wie das Stadtparlament stehen heute vor einer der wichtigsten
Entscheidungen. Von der heutigen Entscheidung wird die Existenz der Millionen der B e r l i n e r Bevölkerung abhängen. Ich stehe schon auf dem Standpunkt, daß man eine so wichtige F r a g e nicht mit Vorschlägen lösen kann,
wie sie i m Namen der SPD der Kollege Bach dem Stadtparlament u n t e r b r e i tet hat. Diese Vorschläge gingen dahin, daß man ruhig zwei Währungen in
Berlin einführen solle. Vielleicht kommt ü b e r m o r g e n noch die B ä r e n m a r k
hinzu.
(Zurufe von der SPD und der CDU.)
Man sollte lieber den Massen, die man hier nicht hören wollte, die man
aus dem Hause gewiesen hat,
(Widerspruch bei der SPD)
selbst die Entscheidung ü b e r l a s s e n .
(Wiederholte Zufufe von der SPD und der

CDU.)

Wir stehen auf dem Standpunkt, daß Magistrat und Stadtparlament die b e rufenen Instanzen sind, um die richtigen Entscheidungen im I n t e r e s s e der
B e r l i n e r Bevölkerung zu fällen. Die Lösung der F r a g e kann auf keinen F a l l
die Einführung von zwei Währungen sein.
E s mag ungewöhnlich erscheinen, daß ich hierzu das Wort nehme;
a b e r angesichts der heutigen Situation in Berlin fühle ich mich als Stadtv e r o r d n e t e r veranlaßt, vor der Entscheidung des Stadtparlaments die Stellung der größten Massenorganisation, die in Berlin e x i s t i e r t ,
(Lachen und Widerspruch bei der

CDU und der SPD)

des FDGB hier bekanntzugeben. Nach e r n s t e n Beratungen faßte heute der
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.