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Periodical volume Nr. 73, 19. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

73 29 Die Stadtverordnetenversammlung wird in Übereinstimmung mit dem Magistrat a l l e s tun, um an der Aufrechterhaltung des V i e r mächtestatus mitzuwirken. Die Stadtverordnetenversammlung wendet sich an die B e r l i n e r Bevölkerung mit folgendem Aufruf: Nach den Verlautbarungen der a l l i i e r t e n Mächte regelt sich der Geld- und Zahlungsverkehr in G r o ß - B e r l i n weiter nach den alten Grundsätzen. Alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel sind daher die Reichsbanknoten, Marknoten der a l l i i e r t e n Militärbehörden sowie Rentenmarkscheine und Münzen. Alle Dienststellen, B e t r i e b e , Geschäfte und P e r s o n e n sind verpflichtet, die g e s e t z l i chen Zahlungsmittel nach den bestehenden Vorschriften in Zahlung zu nehmen. J e d e r Gläubiger ist verpflichtet, Rückzahlungen zum festgesetzten T e r m i n in den geltenden Zahlungsmitteln anzunehmen. J e d e r A r b e i t e r oder Angestellte und jeder Gläubiger i s t berechtigt, vor Fälligkeit Zahlungen abzulehnen. Kein B e t r i e b darf aus Gründen einer Geldreform v o r s o r g l i c h e E n t l a s s u n gen vornehmen, Kündigungen a u s s p r e c h e n oder Betriebsferien anordnen. Die Stadtverordnetenversammlung i s t entschlossen, die L e b e n s i n t e r e s s e n der B e r l i n e r Bürger zu sichern. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfs i s t gewährleistet. B e r l i n e r ! Laßt euch nicht durch einseitige E r k l ä r u n g e n v e r w i r r e n ! Haltet euch allein an die Anordnungen, die von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Benehmen mit der Alliierten Kommandantur e r l a s s e n werden. M^ine Damen und H e r r e n ! Wer diesem Antrag der d r e i Fraktionen, der SPD, der CDU und der LDP, seine Zustimmung geben will, bitte 'i'eh, das Handzeichen zu geben. - Der Antrag i s t mit Mehrheit angenommen worden. Meine Damen und H e r r e n ! E s i s t nicht Aufgabe des Stadtverordnetenv o r s t e h e r s , ein R e s ü m e e aus den Beratungen zu ziehen, aber ich darf a m Schluß der heutigen Sitzung der Hoffnung Ausdruck geben, daß die E r klärung der Mehrheit des M a g i s t r a t s und der soeben beschlossene Aufruf in der Bevölkerung den Widerhall findet, der in diesem Augenblick notwendig ist, um die Sicherung der Währung, die Einheit der Verwaltung G r o ß B e r l i n s und die F r e i h e i t der politischen Betätigung seiner Bevölkerung zu gewährleisten. Die Sitzung ist geschlossen. (Schluß der Sitzung 19 Uhr 54 Min.)
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