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Periodical volume Nr. 73, 19. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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B ü r g e r m e i s t e r Dr. F R I E D E N S B U R G : Meine Damen und
H e r r e n ! Ich ergreife das Wort nicht, u m mich hier mit m e i n e m geschätzten
Kollegen auseinanderzusetzen, sondern ich möchte auf die Ausführungen
des H e r r n R e d n e r s der SED F r a k t i o n zurückkommen, der dem M a g i s t r a t
oder der M a g i s t r a t s m e h r h e i t vorgeworfen hat, man habe es v e r a b s ä u m t ,
die Konsequenzen aus der gegenwärtigen Situation zu ziehen, und der vor
allen Dingen der M a g i s t r a t s m e h r h e i t vorgeworfen hat, sie habe durch i h r e
Arbeit die Spaltungspolitik mit allen Mitteln gefördert und damit Sabotage
getrieben.
Ich glaube, meine Damen und H e r r e n , daß d i e s e r Vorwurf wahrhaftig
unrichtig ist. Wir haben die Spaltungspolitik zunächst dadurch in u n s e r e n
eigenen Reihen bekämpft, daß wir uns bemüht haben, der B e r l i n e r Bevölkerung das Bild eines einigen M a g i s t r a t s vorzuführen. Und wenn wir heute,
die Erklärung, die der Kollege Schmidt Ihnen v o r g e t r a g e n hat, in der M e h r heit so tief bedauert haben - ich halte mich für verpflichtet, das hier noch
einmal mit a l l e m Nachdruck zu wiederholen -, so geschieht es vor allen
Dingen deshalb,- weil hier zum e r s t e n Mal seit anderthalb J a h r e n der Mag i s t r a t nicht einheitlich vor die B e r l i n e r Öffentlichkeit getreten ist und damit - gestatten Sie m i r , zum Verständnis hinzuzufügen: nicht durch die
Schuld der Mehrheit des M a g i s t r a t s - die Spaltungspolitik in Deutschland
deutlich vor Augen geführt hat.
': ••

(Sehr gut! bei der CDU.)

Wir haben deshalb u n s e r e Kollegen, ich kann nur sagen, flehentlich gebeten,
davon Abstand zu nehmen und die Meinungsverschiedenheiten, wie sie gerade
in diesen Punkten unvermeidlich sein mögen, eben den Fraktionen der Stadtv e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g zu ü b e r l a s s e n .
Aber gestatten Sie m i r - und das ist der eigentliche Grund, weshalb
ich auf die Tribüne gekommen bin -, zu den Grundlagen der Debatte noch
einmal zurückzugehen. Das i s t nämlich die F r a g e : Was hat der Magistrat
getan bzw. u n t e r l a s s e n , um rechtzeitig eine vernünftige Regelung des Währ u n g s p r o b l e m s einzuleiten? Ic*h darf sagen, daß wir in d i e s e m Punkte - und
ich glaube, daß m i r da auch meine H e r r e n Kollegen mit i h r e r M i n d e r h e i t s erklärung nicht w i d e r s p r e c h e n werden - bisher durchaus in Harmonie g e a r beitet haben. Mir ist nicht bekannt, daß die H e r r e n von der Minderheit etwa
der Mehrheit Vorschläge gemacht hätten bezüglich der Durchführung der
Währungsreform,
(Stadtv. Neumann: hört! h ö r t ! )
die dann von der Mehrheit etwa abgelehnt worden wären. Ich glaube, der
Kollege Acker wird es m i r ferner nicht v e r a r g e n , wenn ich ausdrücklich
feststelle, daß wir heute mittag i m Z i m m e r von F r a u B ü r g e r m e i s t e r S c h r o e der die Ihnen bekanntgegebene E r k l ä r u n g in allen Punkten miteinander v e r einbart haben.
(Erneute Rufe: Hört! Hört!)
        
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