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Periodical volume Nr. 72, 17. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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unbedingt notwendig, daß gerade Berlin, das so sehr unter der Tuberkulose zu leiden hat, endlich einmal zeigt, daß wir nicht darauf warten
können, bis eine B e s s e r u n g der sozialen Zustände und eine Hebung des
wirtschaftlichen Niveaus eintritt - das wird noch lange auf sich warten
l a s s e n -, um die Tuberkulosekurve wieder zum Abstieg zu bringen,
sondern daß endlich aktiv gehandelt, daß im Rahmen des Möglichen g e arbeitet wird. Wir bitten Sie deshalb um r e c h t tatkräftige Unterstützung
und um Annahme u n s e r e s A n t r a g e s .
Stadtv. F r a u Dr. W I T T B R O D T (SED): Meine H e r r e n und Damen!
Auch wir begrüßen die Vorlage 849 des M a g i s t r a t s und freuen uns, daß
jetzt noch eine gewisse Aktivität bei der Bekämpfung der Tuberkulose entwickelt werden soll. Wir sind der gleichen Meinung wie das Landesgesundh e i t s a m t , daß ein 80-köpfiger Ausschuß unmöglich Maßnahmen zur o r g a n i satorischen Betreuung durchführen kann. Dieser wissenschaftliche A u s schuß hat die Aufgabe, wissenschaftliche F r a g e n in der Bekämpfung der
Tuberkulose, neue Methoden der Bekämpfung und neue Methoden für die
Diagnostik zu b e s p r e c h e n . E r ist aber natürlich viel zu groß und schwerfällig, um o r g a n i s a t o r i s c h e Maßnahmen zu beraten, und darauf kommt es
u n s e r e r Meinung nach unbedingt an. Wir möchten betonen, daß wir b e r e i t s
vor einem J a h r e bei der Beratung des W i n t e r n o t p r o g r a m m s den Antrag g e stellt hatten, einen Tuberkulose-Sonderausschuß einzurichten. Leider ist
d a m a l s von den d r e i andern F r a k t i o n e n die Notwendigkeit d i e s e s Sondera u s s c h u s s e s nicht eingesehen worden. E s wird Ihnen jetzt allen selber
klargeworden sein, daß das Landesgesundheitsamt allein nicht in der B e kämpfung der Tuberkulose stehen darf.
Wir werden zu dem Antrag 849 einen Abänderungsantrag einbringen,
und zwar schlagen wir vor, daß d i e s e r Sonderausschuß der Stadtverordnetenversammlung angegliedert werden soll, nicht dem Landesgesundheitsa m t . E s sind rein formale Gründe, die uns dazu v e r a n l a s s e n . Wenn in
d i e s e m Sonderausschuß neue 'legislaMVe Dinge b e r a t e n und vorgeschlagen
werden sollen-, so wäre es unsinnig, das beim Landesgesundheitsamt zu
run; denn dann müßten diese Beratungen e r s t wieder neu in den Gesundheitsau sschuß der Stadtverordnetenversammlung kommen, und es wäre
ungeheuer viel unnötige Zeit unnütz v e r s t r i c h e n . Aus d i e s e m Grunde bitten wir, u n s e r e m Antrag zuzustimmen. Er lautet:
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
E s wird ein ständiger Sonderausschuß der Stadtverordnetenv e r s a m m l u n g für Tuberkulosebekämpfung eingerichtet, b e stehend aus neun Stadtverordneten und sechs wissenschaftlichen V e r t r e t e r n des großen T b - A u s s c h u s s e s beim L a n d e s gesundheit samt.
Nun zu dem Antrag der Sozialdemokratischen P a r t e i ! Bei d i e s e r Ge-
        
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