Path:
Periodical volume Nr. 71, 8. Juni 148, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

71

B e r e k gestreikt. Wir wissen, daß auch
und in allen städtischen Betrieben sich
Wir hoffen, daß diese Lohnerhöhung in
d e r n für alle A r b e i t e r und Angestellte
setzt werden kann.

83

die Kollegen in den B e z i r k s ä m t e r n
um eine Lohnaufbesserung bemühen.
Bälde nicht nur für die BVG, sonder städtischen Betriebe*durchge-

Stadtv. K O N I T Z E R (CDU) : Meine sehr v e r e h r t e n Damen und
H e r r e n ! Wenn Kollege Schmidt eingangs erwähnte, daß er es lieber gesehen
hätte, wenn wir in der vergangenen Woche a m Dienstag schon die Angelegenheit der BVG behandelt hätten, so stimme ich dem zum Teil zu. F ü r die
BVG-Arbeiter ist es aber gleichgültig, ob diese Sympathiekundgebung der
Stadtverordnetenversammlung - denn das sollte sie doch schließlich w e r den - vor oder nach i h r e m Kampf erfolgte. Hätte schon vor acht Tagen die
Stadtverordnetenversammlung die gewünschte Kundgebung für die BVG-Arb e i t e r v e r a n s t a l t e t , dann wäre dadurch nicht ein einziger der BVG-Arbeit e r satt geworden und nicht ein einziger hätte auch nur einen Pfennig mehr
in seinem P o r t e m o n n a i e gehabt. Ich bin vielmehr der Ansicht, daß die
Funktionäre sowohl wie die BVG-Arbeiter und -Angestellten allein Manns
genug sind, i h r e Forderungen durchzusetzen, auch wenn die Stadtverordnet e n v e r s a m m l u n g sie noch nicht zur Kenntnis genommen hat.
Um auf die Forderungen der BVG- A r b e i t e r k u r z einzugehen, so h a ben meine beiden Vorredner diese Forderungen b e r e i t s skizziert, und ich
b r a u c h e v i e l e s nicht zu wiederholen. E s dürfte aber wohl in der A r b e i t e r b e wegung einzig dastehen, daß Lohnforderungen, wie sie bei uns gestellt w u r den, 1 l / 2 J a h r e lang hingeschleppt wurden. Die Belegschaft i s t i m m e r wieder v e r t r ö s t e t worden. Man hat ihr gesagt: alle in F r a g e kommenden Stellen heißen eure Forderungen gut. Im Januar 1947 begannen die Verhandlungen um die Entnazifizierung der Tarife der BVG-Arbeiter. Am 19. April 1947
wurde der zwischen Magistrat und BVG abgeschlossene V e r t r a g der A l l i i e r ten Kommandantur unterbreitet. Meines Wissens wurde er im Juli vergangenen
J a h r e s dem Alliierten Kontrollrat vorgelegt, wo er dann schließlich in der
Versenkung verschwunden ist. Wenn man heute in einer gewissen P r e s s e
v e r s u c h t , nur einen Teil der Alliierten dafür verantwortlich zu machen, so
stehe ich auf dem Standpunkt: alle Alliierten waren schließlich schuld daran;
denn letzten Endes hat in den vergangenen Monaten der Vorsitz im A l l i i e r ten Kontrollrat gewechselt, und wenn eine der Besatzungsmächte i n t e r e s s i e r t d a r a n gewesen w ä r e , die Forderungen der BVG-Arbeiter zu sanktion i e r e n , dann hätte sie das Recht und die Möglichkeit gehabt, diese F o r d e r u n gen auf die Tagesordnung zu bringen, und hätte sie auch sanktionieren können.
Wir können also nicht davon sprechen, daß die Schuld bei d i e s e r oder jener
Besatzungsmacht liegt.
Am Tage des Streiks war es aber einer B e r l i n e r Zeitung vorbehalten,
die Einmütigkeit in den Auffassungen und Forderungen doch noch ins politische F a h r w a s s e r zu bringen, indem sie bewußt die Öffentlichkeit irrezuführ e n v e r s u c h t e und die Behauptung aufstellte, die UGO habe in der letzten Zeit
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.