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Periodical volume Nr. 78, 20. Juli 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Stadtv. R E U T E R (SED) : Ich möchte mich auf eine einzige F r a ge beschränken. Wir haben heute Stellung genommen zu dem Befehl Nr. 20,
und H e r r Stadtrat Klingelhöfer tat so, als wäre dieser Befehl aus h e i t e r e m
Himmel gekommen. E r hat dabei völlig übersehen, daß vor einiger Zeit
in Berlin 18 000 BVG-Arbeiter gestreikt haben für die Forderungen, die
letzten Endes hier i m Befehl Nr. 20 zur Durchführung gebracht werden s o l len. Wenn es bisher nicht möglich war, in der Alliierten Kommandantur
eine gemeinsame Basis für diese Dinge zu finden, so wird doch, glaube
ich, i m m e r h i n dieser Befehl dazu angetan sein, die Arbeiterschaft in den
anderen Sektoren zu v e r a n l a s s e n , für die Durchsetzung dieser F o r d e r u n g e n
den Kampf aufzunehmen. Das wird sicherlich i m I n t e r e s s e der gesamten
Berliner Arbeiterschaft zu einer b e s s e r e n m a t e r i e l l e n Versorgung und zur
Beseitigung der Ungleichheiten, die auf dem Gebiet des Tarifwesens b e stehen, beitragen.
Ein Wort zum w a r m e n Mittagessen. H e r r Stadtv. Mattick hat sich
hier so sehr dafür eingesetzt, daß man dabei doch keine Unterschiede m a chen sollte. Ich muß aber feststellen, daß es heute zwar Mittagessen beim
„.Telegraf" und bei der Omgus gibt, aber nicht für die A r b e i t e r in den Indus t r i e - und V e r k e h r s b e t r i e b e n des englischen und a m e r i k a n i s c h e n Sektors.
Wir glauben deshalb, daß es Aufgabe der Arbeiterschaft B e r l i n s ist, sich
auf der Grundlage dieses Befehls für die berechtigten Forderungen auf dem
Gebiet des Lohn- und Tarifwesens und einer b e s s e r e n m a t e r i e l l e n Versorgung
einzusetzen.
(Beifall bei der SED.)
Vorsteher S U H R : Ich habe bekanntzugeben, daß ein Dringlichkeitsa n t r a g der Fraktion der SED eingelaufen ist, der lautet:
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat, Abt. Ernährung, wird beauftragt, mit der Alliierten
Kommandantur darüber zu verhandeln, daß alle in Berlin Beschäftigten mindestens die L e b e n s m i t t e l k a r t e 2 erhalten.
Ich habe nach der Geschäftsordnung darauf aufmerksam zu machen, daß
eine Behandlung von Anträgen im Zusammenhang mit der A u s s p r a c h e über
eine Anfrage nicht gestattet ist. Ich habe nach Erledigung der A u s s p r a c h e
über die Antwort des M a g i s t r a t s die F r a g e zu stellen, ob die Dringlichkeit
des Antrags von seiten der Versammlung bestätigt wird oder nicht.
Wir fahren zunächst fort in der A u s s p r a c h e über die Antwort des Mag i s t r a t s . Das Wort hat H e r r Stadtv. Schwennicke.
(Stadtv. Schwennicke: Verzichte!)
Die A u s s p r a c h e über die Antwort des M a g i s t r a t s auf die Dringlichkeitsanfrage der sozialdemokratischen F r a k t i o n ist damit abgeschlossen.
Wir kommen nunmehr zu dem eben bekanntgegebenen Dringlichkeitsantrag,
Ich möchte m e i n e r s e i t s nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß ich i m
Grunde genommen in diesem Dringlichkeitsantrag eine Umgehung der
        
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