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Periodical volume Nr. 71, 8. Juni 148, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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nämlich nicht neu geliefert; sie werden e r s t durch den Marshallplan wieder
hereinkommen können - einen Engpaß in der Produktion hervorrufen muß
und daß von dort aus ohnehin eine Arbeitslosigkeit eintritt. E s werden die
Exporte zum Teufel gehen, über deren Abzug man zufrieden sein kann,
weil sie eine, wenn auch unzureichende und mit noch so schlechten P r e i s e n
e r r e i c h b a r e Grundlage zur Einfuhr von ausländischen Rohstoffen und von
ausländischen F e r t i g w a r e n , wo wir sie brauchen, sind.
Meine v e r e h r t e n Damen und H e r r e n ! Machen Sie bitte jetzt mit m i r
eine einzige Überlegung! Machen Sie mit m i r die Überlegung, daß pro A r beiter und p r o Monat ein Produktionswert von 600 bis 700 RM auf dem Gebiete des Maschinenbaues, der Feinmechanik, der Optik und Elektrotechnik
geschaffen wird. Bei der Chemie liegt er wegen der Alkoholpreise, die b e kanntlich höher sind, etwas höher. Überlegen Sie d a s , und bedenken Sie, .
was das bei für 50 Millionen RM zurückgehaltenen Gütern und nicht m e h r .
nach Berlin zurückkommenden Aufträgen heißen wird! E s . w i r d nämlich b e deuten, daß 60 000 bis 70 000 und 80 000 B e r l i n e r A r b e i t e r durch diese Guter s p e r r e in die Gefahr kommen, ihr Brot zu v e r l i e r e n .
(Stadtv. Litke: Was haben Sie nun getan?)
- Das will ich Ihnen sagen, H e r r Litke.
(Stadtv. Litke: Wo haben Sie gehandelt?)
- Das darf ich Ihnen sagen. Ich werde Ihnen wiederum beweisen, daß ich
weder zu fürchten brauche, irgendwann und irgendwie provoziert zu w e r den, noch zu fürchten brauche, eine F r a g e nicht beantworten zu können,
die Sie m i r stellen. Ich beantworte I h r e F r a g e auf der Stelle. Die Dinge
liegen sehr einfach. Ich habe von der sowjetischen Zentralkommandantur
alle F r a g e n verlangt, die sie beantwortet haben möchte, soweit die Z e n t r a l kommandantur Sicherheiten oder Unterlagen haben will, die es ihr e r m ö g lichen würden, obwdUl es sich bisher nur um ai**e F o r m a l k o n t r o l l e mit
Rücksicht darauf handelt, daß die Sowjetzofie t r a h s i t m ä ß i g durchfahren w e r den muß, nun auch m a t e r i e l l zu kontrollieren, ob nicht vielleicht M a t e r i a l
aus der sowjetischen Zone bei diesen Lieferungen verwendet worden ist.
Diese F r a g e n habe ich m i r geben lassen, und ich habe der sowjetischen
Zentralkommandantur Vorschläge gemacht, die geeignet wären, die U n t e r lagen, die Belege dafür auch zu beschaffen. Wir haben die Lieferfirmen
darüber i n s t r u i e r t , daß sie möglicherweise angegangen werden, das Mat e r i a l beizubringen. Die Antworten auf diese F r a g e n habe ich gegeben. Die
F i r m e n habe ich darüber informiert, daß man das M a t e r i a l eventuell b r a u chen würde. Aber über eine Sache springe ich nicht hinweg, und über eine
Sache würden Sie (zur SED) auch nicht hinwegspringen, nämlich über die
eine Tatsache, daß ich ohne Genehmigung der westlichen Sektorenkommandanten, der Kommandanten des britischen, a m e r i k a n i s c h e n und f r a n z ö s i schen Sektors - dJJjbruf von der SED: Sie halten die S p e r r e aufrecht!)
        
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