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Periodical volume Nr. 71, 8. Juni 148, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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auch h i e r zu zitieren.
(Wiederholte Zurufe von der SED.)
- Ich bedaure das nicht. Sie mögen es bedauern; aber das i s t nicht meine
Sache.
Und nun, meine sehr v e r e h r t e n Damen und H e r r e n , wir erleben es
i m m e r wieder, ob das nun der Befehl vom 15. 1. 1947 ist oder der Befehl
Nr. 234 oder ob es die vierzehn Punkte sind oder ob es die Holzaktion ist,
daß einseitiger Jubel ertönt. So e r l e b e n wir auch in d i e s e m F a l l e , daß der
Befehl einseitig mit Jubel begrüßt wird. Ich kann nur sagen, auch wenn ich
für meine P e r s o n und nur in dem Sinne für den Magistrat s p r e c h e , daß auch
der M a g i s t r a t nicht a n d e r s empfinden kann a l s Sie selbst und diese hohe V e r sammlung : die Sachlage i s t folgende.
(Zuruf von der SED: Sie sprechen also doch für den M a g i s t r a t ! )- E s ist j e d e s m a l genau mit a l l e r Sorgfalt definiert. - E s i s t so, daß der
Magistrat mit tiefer Sorge feststellen muß, daß man z. B. in der F r a g e , die
eine wirkliche Lebensfrage für B e r l i n ist, auf deren Lösung wirklich die A r b e i t e r B e r l i n s warten, durch deren Lösung man all en A r b e i t e r n in Berlin
eine Genugtuung verschaffen und Sicherheit geben könnte, b i s h e r nichts unt e r n o m m e n hat. Welche F r a g e meine ich jetzt, H e r r Stadtv. Litke? - Sie
werden m i r darauf nicht gleich antworten können; aber Sie werden sofort hören, worum es sich handelt.. E s besteht die T a t s a c h e , daß sich in d i e s e r F r a ge weder eine b e s t i m m t e P a r t e i noch der FDGB zum Wort gemeldet hat. Damit meine ich freilich etwas, was auch nicht in I h r e r Anfrage steht, was a b e r
zur Sache gehört. Ich meine die Auswirkungen der Güter s p e r r e für Berlin
i m Verkehr nach dem Westen. Diese F r a g e steht nämlich genau so vor uns.
F ü r diese F r a g e , die lebenswichtig ist, hat man sich bisher nicht i n t e r e s s i e r t ,
genau so wenig wie für die F r a g e der Zerstörung der Wirtschaftseinheit, der
Verwaltungseinheit und der politischen Einheit Berlins; die, wie m i r scheint,
m e h r im Munde geführt als durch die Tat geschützt wird.
(Lebhafte Zustimmung bei der SPD, der CDU und der L D P . )
Auch hier habe ich Tatsachen festzustellen. Ich habe m i r diese Tatsachen
b e r e i t s vor wenigen Tagen bereitlegen l a s s e n , weil es notwendig ist, die
B e r l i n e r Bevölkerung zu informieren, weil es absolut e r f o r d e r l i c h ist, auch
der Öffentlichkeit zu sagen, welche Lebensgefahren hier vor uns stehen. Ich
habe mitzuteilen, daß seit dem 11. April weit über 6 000 Warenbegleitpapiere
nicht erledigt worden sind, denen ein Güterwert von über 32 Millionen RM
entspricht.
(Hört! Hört! bei der SPD, der CDU und der L D P . )
Ich habe hinzuzufügen, daß diese 6 000 Warenbegleitpapiere noch ergänzt
w e r d e n m ü s s e n durch über 1000 Warenbegleitpapiere, die herausgegeben
worden sind, um die geforderten Unterlagen zu beschaffen,
(hört! h ö r t ! bei der SPD, der CDU und der LDP)
        
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