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Periodical volume Nr. 70, 3. Juni 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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die Zukunft etwas m e h r bewahren würden, als er si :h i m K o n k u r r e n z kampf zwangsläufig entwickeln mußte, wenn Sie mit uns g e m e i n s a m
zu der F o r m u l i e r u n g kommen, daß hier die Unternehmerverbände
a u s g e s c h l o s s e n sind und daß alle diese Fachgemeinschaften p a r i t ä t i s c h
und gleichberechtigt z u s a m m e n a r b e i t e n . Dann hätten wir das Ziel e r r e i c h t , das man uns schon vor 30 J a h r e n v e r s p r o c h e n hat, das aber
nicht erfüllt worden ist.
Stadtrat K L I N G E L H Ö F ER : Sie werden nicht ü b e r r a s c h t
sein, daß auf Hermann Schlimme Klingelhöfer antwortet. K o m p r o m i s se dürfen nicht gegen den Geist eines G e s e t z e s v e r s t o ß e n .
(Sehr r i c h t i g ! bei der SPD.)
E s liegen hier zwei Abänderungsanträge vor - zum § 14 werde ich jetzt
nicht sprechen, sondern e r s t bei der Spezialdebatte - , die, wenn sie
angenommen würden in der F o r m eines K o m p r o m i s s e s , den Geist des
G e s e t z e s verletzen würden. Der Antrag der SED zum § 11 verletzt den
Geist des G e s e t z e s .
(Zuruf von der SED: Also gehören die Arbeitgeber v e r bände zum Geist des Gesetzes?)
- Eben nicht, H e r r Baum, Sie wissen ja, daß ich mich gern mit Ihnen
unterhalte, wenn ich mich auch nicht provozieren l a s s e . Wer spricht
denn hier von Unternehmerverbänden?
(Stadtv. Baum: Das Gesetz sagt es doch!)
- Nein, Sie, sonst niemand! Niemand in diesem Hause und niemand,der
das Gesetz liest, wenn er es lesen will, ja, wenn er es lesen kann so,
wie es in Worten geschrieben ist, wird darin das Wort U n t e r n e h m e r v e r bände finden oder auch nur den Geist der Unternehmerverbände.
(Widerspruch und Zurufe bei der SED.)
.- Nein, den Geist nicht. H e r r Stadtverordneter Schlimme, ich habe m i c h
ja schon einmal m i t Ihnen an a n d e r e r Stelle a u s e i n a n d e r g e s e t z t . E s ist
sehr schade, daß i m m e r wieder die alten abgetrabten Gäu^a als Argumente herangezogen werden. Wenn die Arbeitgeberverbände im Novemb e r 1918 den Gewerkschaften ein V e r s p r e c h e n gemacht haben und d i e s e s
V e r s p r e c h e n dann nicht gehalten haben, so ist das sehr bedauerlich.
Aber was geschieht denn heute? - Sie werden nicht m e h r in die Verlegenheit gebracht, von irgendjemand ein V e r s p r e c h e n hinnehmen zu können,
sondern heute wird ein Gesetz geschaffen.
(Zuruf von der SED: F ü r die U n t e r n e h m e r ! )
- H e r r Stadtverordneter Reuter, es spielt ja keine Rolle, aber es gibt Menschen, die einfach nicht zu belehren sind und die, auch wenn rot rot ist,
noch schwarz sagen werden.
(Erneute Zurufe von der SED.)
        
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