Path:
Periodical volume Nr. 69, 25. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

69

59

darauf, daß wir uns mit allem Nachdruck - das haben die Gewerkschaften
bis heute versäumt,- und das werden wir jetzt in die Hand nehmen - für
eine V e r b e s s e r u n g der-Lebenshaltung der arbeitenden, zum Teil kranken
Bevölkerung Berlins einsetzen.
Vor st. S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Ich bin nicht in der
Lage, diese Debatte weiter zuzulassen. Das ist unmöglich.
(Stadtv. Chwalek: Nachdem hier die Gewerkschaften angegriffen
worden sind,' stellen Sie das fest!)
- Bitte, H e r r Stadtverordneter Chwalek, m i r doch das Wort weiter zu g e statten! E s steht hier die Anfrage 114/831 zur Beratung. Ich stelle fest,
daß der H e r r Stadtverordnete Reuter (diese Anfrage benutzt hat, u m auf
einen Gegenstand zurückzukommen, j d e s s e n Beratung im Hause vorhin a b gelehnt worden ist. Dann hat der Stadtverordnete Reuter noch einmal dazu
das Wort genommen, und H e r r Stadtverordneter Swolinzky hat darauf geantwortet. Ich bin selbstverständlich b e r e i t , jedem Stadtverordneten, der sich
nach der Geschäftsordnung meldet, das Wort zu der laufenden Nr. 30 zu g e ben. Ich werde aber jedem Redner das Wort entziehen, der sich nicht an
den Gegenstand der Vorlage 114/831 hält, es sei denn, daß das Haus a n d e r s
beschließt.; Das Wort hat nun H e r r Stadtverordneter Brandt. - Das war ein
I r r t u m . W e i t e r e Wortmeldungen liegen nicht vor. Die A u s s p r a c h e über die
Anfrage i s t damit erledigt.
Ich rufe auf die lfd. N r . 4 3 , Vorlage 113/81 ly
Antrag der sozialdemokratischen F r a k t i o n über Geldreform.
Dazu i s t ein Ergänzungsantrag der F r a k t i o n der CDU eingegangen. Ich nehme
an, daß er von dem Redner der CDU-Fraktion in der A u s s p r a c h e begründet
werden wird.
Zur Begründung des A n t r a g s gebe ich das Wort dem H e r r n Stadtverordneten Bach.
Stadtv. B A C H (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Der Dringlichk e i t s a n t r a g der sozialdemokratischen F r a k t i o n zur Währungsfrage i s t ein
dringender Appell an die Besatzungsmächte, vor a l l e m deshalb, weil die R e gelung d i e s e r F r a g e in i h r e r Hand liegt und weil das Geld,, die Währung, das
letzte Band ist, das noch die deutsche Einheit auch-auf wirtschaftlichem G e biete kennzeichnet» E s i s t dringend notwendig, darauf hinzuweisen, daß eine
einheitliche Geldreform für;ganz Deutschland die wesentliche Voraussetzung
auch für die Erfüllung der P o t s d a m e r Bestimmungen ist, daß Deutschland
als wirtschafUlicheund politische Einheit zu gelten habe.
E s hat sich gezeigt, daß es ein F e h l e r war, die Währungsreform nicht
schon unmittelbar nach dem Umbruch, nach dem Zusammenbruch durchzuführen. E s war ein F e h l e r , daß man in den verschiedenen Teilen Deutschlands, in den Westzonen und in der Ostzone, in der Manipulation des Geldes
v e r s c h i e d e n verfahren ist, in der T a t s a c h e , daß man in der Ostzone einen
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.