Path:
Periodical volume Nr. 69, 25. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

48

69

sie i h r e r Aufgabe nicht mit derjenigen Sorgfalt entsprechen, die e r f o r d e r lich ist, vielfach gesetzwidrigen Betätigungen zugewandt haben. In steigendem Maße muß man feststellen, daß Gast und Schankstätten Mittelpunkte
des Schwarzhandels, teilweise der P r o s t i t u t i o n und des verbotenen Glückspiels sind. E s sind diese Dinge hier nicht i m e i n z e l n e n zu behandeln, denn
sie sind zu sehr bekannt. Man weiß, wie diese Dinge sich gerade auch in
der Jugend gefährlich auswirken, und es besteht das dringende Bedürfnis
nicht einer Betätigung einer Behörde, sondern, um echten Notständen zu
begegnen, in d i e s e m F a l l e einzugreifen, und dem will das Gesetz und will
der Magistrat vor allen Dingen Rechnung t r a g e n .
E s will i m § 1 eine S p e r r e für die Erteilung von E r l a u b n i s s e n für die
nächsten drei J a h r e a u s s p r e c h e n . E s will ferner bei der Fortführung e r t e i l t e r E r l a u b n i s s e nur dann die Fortführung zulassen, wenn der b i s h e r i g e E r - tv
laubnisinhaber die G a s t - und Schankstätte, so heißt e s , mindestens zwei
J a h r e betrieben hat und ein Bedürfnis für die Weiterführung nachgewiesen
wird. Weiter sollen erteilte E r l a u b n i s s e erlöschen können, wenn mindestens
d r e i Monate hindurch kein Gebrauch von der erteilten Erlaubnis gemacht
worden ist, und endlich soll eine Zurücknahme der E r l a u b n i s bei erfolgter
Nachprüfung erfolgen unter dem Gesichtspunkt, daß das Bedürfnis nicht b e jaht werden kann.
Das sind die Grundsätze des G e s e t z e s . Ich glaube es ausreichend b e gründet zu haben. E s ist zur Begründung nichts hinzuzufügen. Die Umstände
sprechen für sich selbst. In den Einzelheiten wird man sich im Ausschuß
mit den P a r a g r a p h e n des Gesetzes und auch mit den Modalitäten und den U r sachen beschäftigen m ü s s e n , die dazu geführt haben, daß d i e s e s Gesetz notwendig geworden ist.
V o r s t e h e r S U H R : Ich eröffne die A u s s p r a c h e in e r s t e r Lesung
über das Gesetz über Beschränkungen im Gaststättengewerbe. Das Wort
hat H e r r Stadtverordneter Dr. Reif.
Stadtv. Dr. R E I F (LDP) : Meine Damen und H e r r e n ! Die F r a k tion, für die reh spneche, ist durchaus b e r e i t , der Ub-erwaisung dLases G e setzes in den Ausschuß zuzustimmen in der Hofftrang, daß wir i m Ausschuß
aus diesem Gesetzesentwurf noch etwas B r a u c h b a r e s machen. So wie die
Dinge jetzt liegen, geht es nicht. Wir verkennen gar nicht die Bedeutung
der V e r h ä l t n i s s e , auf die H e r r Stadtrat Klingelhöfer hingewiesen hat: Mangellage, soziale Schwierigkeiten und all das, was man mit m e h r oder weniger Recht beim Gaststättengewerbe noch hinzuzufügen pflegt. Über alle diese Dinge uns i m Ausschuß a u s z u s p r e c h e n , halten wir für nützlich.
Aber meine Damen und H e r r e n , es i s t etwas ganz a n d e r e s , was uns
gegen dieses Gesetz v o r e r s t bedenklich stimmt. Das ist nämlich die T a t s a che, daß Sie hier gegen einen bestimmten, fest umgrenzten Berufsstand
ein Ausnähmegesetz schaffen, und zwar schaffen Sie das Ausnahmegesetz
deshalb, weil Sie auf Grund I h r e r bisherigen Erfahrungen glauben einsehen
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.