Path:
Periodical volume Nr. 69, 25. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

21

69

Vorsteher ist völlig im Recht, wenn er danach verfährt. Auf der anderen
Seite hat der Kollege Litke selbstverständlich das Recht, die grundsätzliche
Klärung durch den Geschäftsordnungsausschuß zu beantragen, Das wird g e schehen. Der Geschäftsordnungsausschuß t r i t t zu einer Sitzung zusammen,
a b e r nicht jetzt gleich, sondern später, und wird über die F r a g e b e r a t e n .
V o r s t e h e r SU H R : Meine Damen und H e r r e n ! Gestatten Sie m i r
bitte ein Wort! Ich halte u n s e r e Zeit und u n s e r e Aufgabe für zu wertvoll,
(sehr r i c h t i g ! bei der SPD, der CDU und der LDP)
u m sie i m m e r wieder zu Geschäftsordnungsdebatten

zu benutzen^

(Lebhafte Zustimmung bei der SPD, der CDU und der

LDP.)

Ich halte es für unbedingt notwendig, auch im I n t e r e s s e der Zuhörer - es
sind ja m e h r , als auf der Tribüne v e r s a m m e l t sind; es h ö r e n Tausende,
vielleicht Hunderttausende, zu, die kein Verständnis dafür haben werden,
daß wir uns in Paragraphenauslegungen der Geschäftsordnung v e r l i e r e n - ,
(Beifall bei der SPD, der

CDU und der LDP)

solche Geschäftsordnungsdebatten zu v e r m e i d e n , Ich möchte deshalb bitten,
unbeschadet aller Vorgänge jetzt zunächst einmal den grundsätzlichen Antrag
zur Geschäftsordnung, den H e r r Stadtv. Litke gestellt hat, zur Abstimmung
zu bringen. Der Antrag läuft darauf hinaus, eine grundsätzliche Klärung der
Behandlung von Dringlichkeitsanfragen im Geschäftsordnungsausschuß v o r nehmen zu l a s s e n . Ich stelle aber fest, daß unbeschadet dieses A n t r a g e s ich
auf Grrund des § 53 Abs. 1 die Dringlichkeitsanfrage der CDU dann zur V e r handlung stellen werde, wenn das Haus nicht a n d e r s beschließt. Die E n t scheidung, die H e r r Stadtv. Litke gefordert hat, soll ja eine grundsätzliche
Entscheidung für künftige F ä l l e d a r s t e l l e n , wie wir ja in anderen Zweifelsfällen schon Ergänzungen, Amendements zu der Geschäftsordnung durch
den Geschäftsordnungsausschuß haben beschließen l a s s e n . Also, wer dem
geschäftsordnuhgsmäßigen Antrag des H e r r n Stadtv. Litke zustimmen will,
daß der Geschäftsordnungsausschuß beauftragt wird, die F r a g e der Behandlung von Dringlichkeitsanfragen gemäß § 25 der Geschäftsordnung näher zu
k l ä r e n , den bitte ich um das Handzeichen. - Das ist mit Mehrheit b e s c h l o s sen. Unbeschadet dieses B e s c h l u s s e s stelle ich in Auslegung des § 25 der
Geschäftsordnung und in Übereinstimmung mit dem b i s h e r i g e n Brauch nunm e h r die Anfrage der CDU zur A u s s p r a c h e und bitte H e r r n B ü r g e r m e i s t e r
Dr. F r i e d e n s b u r g , sie zu beantworten.
B ü r g e r m e i s t e r Dr. F R I E D E N S B U R G : Meine Damen und
H e r r e n ! Mit Rücksicht auf das I n t e r e s s e , dag diese Angelegenheit in der
B e r l i n e r Öffentlichkeit mit Recht findet, erscheint es m i r sehr willkommen,
daß ich jetzt Gelegenheit e r h a l t e , auf die Anfrage von der Tribüne d i e s e s
H a u s e s zu antworten. Die Stadtverordnetenversammlung hat a m 29. April
beschlossen, den Magistrat anzuweisen, daß die Räume des M a g i s t r a t s , der
Stadtverwaltung nicht für die Durchführung des Volksbegehrens zur Verfügung
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.