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Periodical volume Nr. 69, 25. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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nachschlagen l a s s e n und stelle fest, daß auf Antrag des H e r r n Stadtv. Litke
bei der 47. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung G r o ß - B e r l i n s vom
13. November folgende Dringlichkeitsanfrage der F r a k t i o n der SED gestellt
worden ist.
Der Magistrat wird ersucht, Auskunft zu geben, ob er s e i n e r s e i t s zu
den Vorschlägen des H e r r n Generals Kotikow Stellung genommen hat,
ob er b e r e i t ist, Entwürfe zur Verwirklichung dieser Vorschläge zu
unterbreiten.
In dem Protokoll heißt es h i e r z u :
Die Abstimmung durch Handaafheben gemäß § 25 der Geschäftsordnung ergibt die Mehrheit für die Anerkennung der Dringlichkeit dieser!
Anfrage.
Ich stelle also fest, daß wir auch in früheren Fällen bei Dringlichkeitsanfragen durch Mehrheitsbeschluß entschieden haben, und ich werde demzufolge verfahren.
Stadtv. L I T K E (SED) (zur Geschäftsordnung) : Die Ausführungen
des H e r r n S t a d t v e r o r d n e t e n v o r s t e h e r s haben nichts mit der Auslegung der
Geschäftsordnung zu tun. Wenn der H e r r Stadtverordnetenvorsteher einen
Antrag von uns entgegennimmt und die Geschäftsordnung außer acht läßt, ist
das seine Angelegenheit und nicht meine.
(Lachen bei der SPD.)
E s handelt sich um eine prinzipielle Angelegenheit, und diese prinzipielle
Angelegenheit wollen wir k l ä r e n . § 52 der Geschäftsordnung sagt, daß im
Zweifelsfalle über die Auslegung der Geschäftsordnung der Vorsteher entscheidet. Dann heißt es weiter:
ü b e r den Einzelfall hinausgehende Auslegung einer Vorschrift der*
Geschäftsordnung entscheidet auf Antrag und nach Prüfung durch den
Geschäfts Ordnung saus schuß die V e r s a m m l u n g .
Ich stelle h i e r m i t namens meiner F r a k t i o n den Antrag, die prinzipielle F r a ge, ob Dringlichkeitsanfragen nicht unter § 32 Abs. 3 der Geschäftsordnung
fallen, i m Geschäftsordnungsausschuß zu verhandeln und bitte den H e r r n Vorr
Steher, nach der Geschäftsordnung zu verfahren.
Vorsteher S U H R : Der H e r r Stadtv. Litke war so freundlich, mich
auf den § 52 der Geschäftsordnung zu v e r w e i s e n . E r hat § 52 Abs. 1 der Geschäftsordnung vorgelesen:
Zweifel über die Auslegung der Geschäftsordnung entscheidet der
Vorsteher.
Da wir ohne W i d e r s p r u c h in d i e s e r Angelegenheit schon ein b e s t i m m t e s V e r fahren eingeschlagen haben, nehme ich keinen Anlaß und keinen Anstoß, g e nau so wieder zu verfahren.
(Sehr richtig! bei der SPD und der CDU. - Stadtv. Litke: Ich habe
namens m e i n e r F r a k t i o n einen Antrag gestellt!)
        
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