Path:
Periodical volume Nr. 68, 13. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

68

63

Aber wir glauben, wenn es d e r a r t i g e p a r i t ä t i s c h e Einrichtungen
wie diese A u s s c h ü s s e gibt, daß dann eigentlich kein Bedürfnis m e h r b e steht, auch noch I n d u s t r i e - , Handels- oder Handwerks r a t e , B e i r ä t e zu
k o n s t r u i e r e n , die doch im Grunde genommen eigentlich dieselbe Z u s a m mensetzung haben wie diese A u s s c h ü s s e , nur ein schwer ü b e r s e h b a r e s
Ausmaß von Organisationen und Einrichtungen schaffen, durch das man
nicht m e h r r e c h t hindurchsieht. Um das Ganze übersichtlicher, v e r s t ä n d licher und ökonomischer zu machen, haben wir vorgeschlagen, auf diese
Räte zu verzichten und den Gedanken der P a r i t ä t mit der gleichen Konstruktion auch in den A u s s c h ü s s e n zu verwirklichen.
Stadtv. G R Ü T Z M A C H E R (SPD) : Meine Damen und H e r r e n !
Namens der sozialdemokratischen Fraktion stelle ich folgenden'Ergänzungsantfag zu § 23: dem Absatz 3 folgenden Zusatz anzufügen:
Die Beiräte sind ehrenamtlich tätig und den K a m m e r n verantwortlich,
von denen sie gewählt werden.
Bisher war eine Verantwortlichkeit gegenüber dem wählenden G r e m i u m
nicht festgelegt. Es hieß wohl, sie werden von der K a m m e r gewählt, aber
es war noch nicht eine ausdrückliche Verantwortung gegenüber der K a m m e r
ausgesprochen. Jetzt sollen sie ausdrücklich der K a m m e r verantwortlich
sein, d.h. den betreffenden A u s s c h ü s s e n und auch der Vollversammlung.
In diesem F a l l e sind ja die B e i r ä t e etwas a n d e r s gedacht, a l s die A u s s c h ü s se selbst. Sie sind, wie es im Gesetz heißt, beratende Organe der betreffenden Abteilungen, sie sollen also in die große Arbeit der Wirtschaftskammer
für die laufende Arbeit eine p r a k t i s c h e Beratung hineinbringen. Die A u s schüsse t r e t e n ja bekanntlich zu b e s t i m m t e n F r a g e n z u s a m m e n und m ü s s e n
diese durchberaten und dann beschließen. Aber i m Verwaltungsgang kann
nicht j e d e s m a l ein großer Ausschuß zu einer Entscheidung herbeigerufen
werden, und hier sollen eben diese B e i r ä t e eine beratende Körperschaft
d a r s t e l l e n . Ich glaube, daß auch die anderen Fraktionen diesem Zusatz zu
§ 23 zustimmen können, wenn Sie jetzt hören, daß die Vollversammlung der
betreffenden K a m m e r n i m m e r h i n ein Kontrollrecht über i h r e B e i r ä t e hat.
Bisher sind die B e i r ä t e k r i t i s i e r t worden, a b e r h i e r d u r c h i s t das ein ganz
a n d e r e r Körper, der da geschaffen worden i s t .
V o r s t e h e r S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir
k o m m e n zur Abstimmung. E s liegen v e r s c h i e d e n e Abänderungsanträge vor.
Zunächst ein Abänderungsantrag der CDU, in Abs. 1 des § 23 hinter dem
e r s t e n Satz die Worte einzufügen:
die entsprechend der Zusammensetzung der Hauptversammlung der
W i r t s c h a f t s k a m m e r und der Vollversammlung der K a m m e r n der Ind u s t r i e , des Handels und des Handwerks gebildet werden.
Wer d i e s e m Abänderungsantrag zustimmt, bitte ich, das Handzeichen zu
geben. - Das ist die Minderheit; der Abänderungsantrag ist abgelehnt.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.