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Periodical volume Nr. 89, 18. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Stadtv. B A U M (SED) : Meine Damen und H e r r e n ! Wir stimmen
in vielen Punkten mit dem Text des Gesetzes überein, In den zwölf Sitzungen des Wirtschaftspolitischen A u s s c h u s s e s hat es sich i m m e r wieder g e zeigt, daß die Grundfrage am § 11, wie das b e r e i t s von einigen Kollegen
der SPD sehr richtig gesagt wurde, liegt. Ich glaube, wenn etwas dazu angetan war, dann war es die Rede des H e r r n Stadtv. Reif,
(sehr wahr))
die am deutlichsten bewies, wie gefährlich es ist, wenn man irgendeine
A r t von U n t e r n e h m e r z u s a m m e n s c h l u ß zuläßt, abgesehen von solchen, die
sich in Innungen zusammenschließen. H e r r Reif, Sie waren doch bei den
Ausschußberatungen dabei. Haben Sie gehört, daß wir uns dagegen gewandt
haben, daß Innungen sein werden? Sie sagen hier etwas ganz a n d e r e s . Wir
wenden uns gegen die Fachgemeinschaften, weil wir sehr wohl wissen: heute fängt es damit an, daß diese Verbände sich zusammenschließen, um T a rif- und andere F r a g e n zu lösen, und morgen geht es zu höheren Dingen
über, und wir fürchten diese höheren Dinge und wollen jetzt schon nicht haben, daß diese Dinge im Keime entstehen. Wir brauchen uns doch bloß in
Deutschland umzusehen, und ich meine, nicht bloß in Deutschland, sondern
B e r l i n allein r e i c h t doch schon a u s . Wir haben doch schon 26 U n t e r n e h m e r verbände im Westen B e r l i n s , und eine gründliche Untersuchung d i e s e r Unt e r n e h m e r v e r b ä n d e außerhalb der K a m m e r zeigt doch, daß sie gar nicht
alle so sehr h a r m l o s sind. Das wissen Sie sicher sehr gut, H e r r Reif,
(Zuruf)
und hätten sicherlich gut d a r a n getan, wenn Sie in Ihren Ausführungen mit
darauf hingewiesen hätten.
Meine Damen und H e r r e n ! Wir haben uns noch einmal den Antrag angesehen, den vor länger a l s einem J a h r , a m 30. 12. 1946, die SPD hier
i m Hause gestellt hat, den Antrag der SPD betreffend W i r t s c h a f t s k a m m e r .
In diesem Antrag steht:
In allen Organen sind die Geschäftsleitungen und die Belegschaften v e r t r e t e n .
Wir bedauern außerordentlich, daß in diesen anderthalb J a h r e n in der SPD
sich eine solche Wandlung vollzog, die praktisch dazu führt, daß man heute für, nennen wir sie ruhig: kontrollierte Unternehmerverbände ist. Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, wie H e r r Stadtrat Klingelhöfer einm a l in der Ausschuß Sitzung sagte: "Wenn wir nicht in den Fachgemeinschaften die Unternehmer unter sich l a s s e n , werden die A m e r i k a n e r nie d i e s e m
Gesetz i h r e Zustimmung geben. "
(Hört!

Hört!)

Wir bedauern außerordentlich, daß d i e s e r Maßstab eine Gültigkeit haben
soll.
        
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