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Periodical volume Nr. 68, 13. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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der demokratischen wirtschaftlichen Selbstverwaltung mit der staatlichen
und kommunalen Wirtschaftsverwaltung wird es dann ermöglichen, P r o d u k tion, Verteilung und Verbrauch zum Wohl a l l e r zu regeln und zu fördern.
Ich darf Sie daher nochmals bitten, dem Gesetz und den Satzungen zuzustimmen.
Vorst. S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Ich eröffne h i e r m i t
die Generaldebatte in zweiter Lesung des Gesetzes über die Wirtschaftsk a m m e r G r o ß - B e r l i n . Ich darf Ihr Einverständnis voraussetzen, daß die
Redezeit in der Generaldebatte für jede F r a k t i o n eine halbe Stunde beträgt.
Ich habe Sie darauf aufmerksam zu machen, daß von der F r a k t i o n der
CDU für zahlreiche P a r a g r a p h e n Abänderung santräge eben hier i m Büro eingelaufen sind. Ich darf das Einverständnis der A n t r a g s t e l l e r v o r a u s s e t z e n ,
daß diese Anträge von ihnen selbst bei der Spezialdebatte zu den einzelnen
P a r a g r a p h e n begründet werden.
Das Wort hat nunmehr H e r r Stadtverordneter Wissell.
Stadtv. W I S S E L L (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Die Wichtigkeit des W i r t s c h a f t s k a m m e r g e s e t z e s , die Schwierigkeiten der Ausschußberatung v e r a n l a s s e n die sozialdemokratische Fraktion, noch einmal zu w e sentlichen Punkten dieses Gesetzes Stellung zu nehmen. Die Ausführungen
des B e r i c h t e r s t a t t e r s zeigen, daß t r o t z großer Gegensätzlichkeiten in der
Ausschußberatung die P a r t e i e n bemüht waren, eine b r e i t e Grundlage für die
so notwendige Neuordnung der Berliner Wirtschaft zu finden.
Der Beschluß des Wirtschaftspolitischen A u s s c h u s s e s , dem Plenum
das Gesetz in der vorliegenden F o r m , die in der Hauptsache auf den Magistratsentwurf zurückgeht, mit einigen Änderungen zur Annahme zu empfehlen, i s t ein Mehrheitsbeschluß. Wir stimmen d i e s e m Mehrheitsbeschluß
zu und werden dem W i r t s c h a f t s k a m m e r g e s e t z in der vorliegenden F o r m uns e r e Zustimmung geben. Einige Änderungen werden wir gegebenenfalls bei
der Einzelberatung der P a r a g r a p h e n beantragen.
Meine Damen und H e r r e n ! Ich glaube, wir sind mit Ihnen allen darin
einig, daß es d r e i J a h r e nach Kriegsende wirklich an der Zeit ist, eine o r ganische Neuordnung u n s e r e r Berliner Wirtschaft durch ein Gesetz von dies e r Stelle aus zu verabschieden. Wie sieht es in der B e r l i n e r Wirtschaft
a u s ? - E s m e h r e n sich die Anzeichen, daß die Wirtschaft e r l a h m t durch die
P r o v i s o r i e n , durch das Behelfsmäßige, durch eine langsame V e r b ü r o k r a t i sierung u n s e r e r Wirtschaftsverwaltung, die diese selbst gar nicht will. Die
Zwangsjacke des Mangels, die uns angelegt ist, kann nach u n s e r e r Auffassung nur durch eine weitgehende Selbstverwaltung u n s e r e r Wirtschaft geänd e r t werden.
Die bisherig« Entwicklung der B e r l i n e r Wirtschaft zeigt, daß t r o t z
a l l e r Schwierigkeiten und t r o t z allem, was seit 1945 in d i e s e r Wirtschaft
geschehen ist, ein l a n g s a m e r Wiederaufstieg zu verzeichnen ist. Nicht zuletzt i s t der Aufbauwille und die Eigeninitiative der in der Wirtschaft Tätigen
        
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