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Periodical volume Nr. 68, 13. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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So sehr uns daran gelegen ist, der Willkür in der Berliner Wirtschaft
endlich einmal Einhalt zu tun und den willkürlichen Enteignungen - sprich
Sequestrierungen - endlich einmal einen gesetzlichen Rahmen zu geben,
wenn das möglich ist,
(sehr gut! bei der SPD)
so entschieden m ü s s e n wir heute der Dringlichkeit der Anfrage w i d e r s p r e chen; denn wir möchten endlich zu einer ordentlichen Beratung der drei
Vorlagen, die wir heute zu b e a r b e i t e n haben, kommen, die nach e i n s t i m m i gem Beschluß des Ä l t e s t e n r a t s Sonderberatungsgegenstand in dieser Sitzung
sein sollen. Wir möchten endlich zu einer Erledigung d i e s e r T a g e s o r d n u n g s punkte gelangen.
V o r s t e h e r S U H R : Der Dringlichkeit der Anfrage ist w i d e r s p r o chen worden. Folglich wird die Anfrage nach der Geschäftsordnung auf die
Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen gesetzt werden.
Wir kommen daher j e t z t zur Vorlage Nr. 108/777, Vorlage über Gesetz über die W i r t s c h a f t s k a m m e r G r o ß - B e r l i n (Vorlagen Nr. 57/404 und
61/422 gemäß Beschluß des Wirtschaftspolitischen A u s s c h u s s e s vom
13.4. 1948), Satzung der K a m m e r der Industrie, Satzung der K a m m e r des
Handels, Satzung der K a m m e r des Handwerks.
Dazu ist heute eingegangen eine Eingabe des Wirtschaftsverbandes
Maschinenbau, die i m Büro der Stadtverordnetenversammlung ausliegt.
B e r i c h t e r s t a t t e r ist der H e r r Stadtv. Bach.
B e r i c h t e r s t a t t e r Stadtv. B A C H : Meine Damen und H e r r e n !
Die Stadtverordnetenversammlung hat die Vorlage 57/404 vom 21. August
1947 dem Wirtschaftspolitischen Ausschuß zur Beratung überwiesen. In
zwölf Sitzungen hat sich der Ausschuß eingehend mit dem Entwurf eines Ges e t z e s über die W i r t s c h a f t s k a m m e r G r o ß - B e r l i n befaßt. Das E r g e b n i s dies e r Beratungen liegt Iknen hemte vor. E s ist in der Vorlage 108/777 vom
27. April enthalten. Der flinen heute vorliegende, vom Ausschuß angenommene Wortlaut umfaßt das Gesetz über die Wirtschaftskammer G r o ß - B e r lin, die Satzung der W i r t s c h a f t s k a m m e r , die Satzung der K a m m e r der Ind u s t r i e , die Satzung der K a m m e r des Handels und die Satzung der K a m m e r
des Handwerks. Die Annahme dieses Wortlauts erfolgte im Ausschuß mit
Mehrheit gegen vier Stimmen. Die V e r t r e t e r der SED e r k l ä r t e n , wegen der
Ablehnung i h r e r Anträge zu § 11 über die Gestaltung der Fachgemeinschaften dem Gesetz nicht zustimmen zu können. Im Hinblick auf das politische
Gewicht, das eine einstimmige Annahme eines so wichtigen Gesetzes auch
gegenüber der Kommandantur haben könnte, kann ich diese Erklärung nur
bedauern, und zwar um so m e h r , als die V e r t r e t e r der SED sehr aktiv an
den Beratungen teilgenommen haben und wir mehr als einmal hoffen durften,
zu einer Verständigung zu gelangen. Auch die LDP hat im Ausschuß gegen
das Gesetz gestimmt, Sie sieht in den Fachgemeinschaften eine Einengung
des Rechtes auf Schaffung von Unternehmerverbänden. Während die SED in
        
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