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Periodical volume Nr. 67, 11. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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E r schließt sich dem Wortlaut an, der im § 1 für die Amnestierung v o r s a h :
a m n e s t i e r t werden sollen Haft, Gefängnis von nicht m e h r a l s sechs Monaten,
Geldstrafe, bei der die E r s a t z f r e i h e i t s s t r a f e sechs Monate nicht übersteigt,
und Ordnungsstrafen bis zu 2 500 RM. Ausgeschlossen sollen von der A m n e stie sein Verbrechen und Vergehen gegen das Kontrollratsgesetz Nr. 10, a l so Menschlichkeitsverbrechen, weiter Verbrechen und Vergehen gegen das
K o n t r o l l r a t s g e s e t z Nr. 50 und Verbrechen gegen die K r i e g s w i r t s c h a f t s v e r ordnung,
Der Ausschuß hat diese F o r m u l i e r u n g gefunden, weil er hofft, daß
durch sie auch die Zustimmung der Alliierten zu e r r e i c h e n sein wird.
Vor st. Stellv. Dr. S C H R E I B E R : Wortmeldungen liegen nicht
vor. Eine Generaldebatte wird also nicht gewünscht; wir kommen daher zur
Abstimmung.
Wenn kein Widerspruch erfolgt, stelle ich zunächst fest, daß die Ü b e r schrift des G e s e t z e s über den Gnadenerlaß genehmigt ist.
Wir kommen dann zu den einzelnen P a r a g r a p h e n . Ich werde sie einzeln aufrufen und werde feststellen, daß sie angenommen sind, wenn kein
W i d e r s p r u c h erfolgt.
Ich rufe auf § 1. H i e r z u liegt der Abänderungsantrag des A u s s c h u s s e s
vor, den der H e r r B e r i c h t e r s t a t t e r eben vorgetragen hat. Darin wird v o r g e schlagen, dem § 1 folgende F a s s u n g zu geben:
Folgende bei Inkrafttreten dieses Gesetzes rechtskräftig erkannte und
noch nicht vollstreckte Strafen werden e r l a s s e n , wenn sie allein oder
nebeneinander bestehen:
1. Haft,
2. Gefängnis (einschließlich Jugendgefängnis) von nicht mehr als
sechs Monaten,
3. Geldstrafe, bei der die E r s a t z f r e i h e i t s s t r a f e sechs Monate
Gefängnis nicht übersteigt,
4. Ordnungsstrafen bis zu 2 500 RM,
Ziffer 2 soll wie folgt gefaßt werde*:
Im Falle der Ziff. 2 und 3 t r i t t der Straferlaß nicht ein, wenn der
T ä t e r nach dem 8. Mai 1945 zu m e h r als sechs Monaten Gefängnis (einschließlich Jugendgefängnis) oder Geldstrafe, bei der die
E r s a t z f r e i h e i t s s t r a f e sechs Monate übersteigt, v e r u r t e i l t w o r den ist.
Ich bitte diejenigen, die dem § 1 Abs. 1 und Abs. 2 in d i e s e r F a s s u n g zus t i m m e n wollen, das Handzeichen zu geben. - Das ist einmütig so beschlossen.
Ich rufe dann auf § 1 Abs. 3 in der F a s s u n g des A u s s c h u s s e s b e s c h l u s s e s
und stelle die Annahme fest.
        
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