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Periodical volume Nr. 67, 11. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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lichkeit zu m e s s e n hätte. Wir fordern also in u n s e r e m Antrag, daß diese
Dinge von der Abteilung Gesundheitswesen r e c h t schnell erledigt werden.
Der zweite Punkt betrifft die Schließung von Hallenbädern, die uns
i m Winter sehr große Sorgen gemacht hat. Bei der Schließung von Hallenb ä d e r n ist man auch je nach den örtlichen Verhältnissen ganz verschieden
verfahren. Ganze Teile von B e r l i n w a r e n mit dem Badebetrieb völlig l a h m gelegt. Andere Teile hatten i h r e Badeanstalten in B e t r i e b . Wir fordern nun,
daß eine gewisse Systematik einsetzt. Es darf nicht vorkommen, wie es in
d i e s e m Winter der F a l l war, daß einzelne Hallen-Schwimmbäder stillgelegt
werden, weil sie keine Kohlen haben, andere Hallenschwimmbäder stillgelegt werden, weil ihnen der Strom nicht zur Verfügung steht, während sie
Kohlen haben. Eine gewisse Einheitlichkeit muß durchgeführt werden.
Der dritte Punkt u n s e r e s A n t r a g e s betrifft folgendes. Bei der Verpachtung der stadteigenen F r e i b ä d e r soll nach allgemein gültigen Richtlinien v o r gegangen werden. Auch h i e r i s t der Standpunkt des M a g i s t r a t s nicht gut. E r
ist mehr vom E r t r a g g e s t e u e r t als von der Auffassung, daß das Baden für
die Bevölkerung eine Erholung sein soll und der Bevölkerung neue Kraft zu
geben hat. Ich habe eine ganze Menge von Material bekommen, wonach drei
Bäder in den einzelnen Bezirken an R e s t a u r a t e u r e verpachtet worden sind,
die nunmehr diese F r e i b ä d e r dazu benutzen, um aus dem Betrieb gute E r t r ä g e zu erzielen. Es ist ganz selbstverständlich, daß ihnen nichts an einer
Erholung der Bevölkerung liegt, sondern daß sie i m wesentlichen dabei ihr
Geschäft im Auge haben. Ich bin der Meinung, daß eine Änderung eintreten
muß, und ich glaube, daß es zweckmäßig sein wird, die F r e i b ä d e r , soweit
sie stadteigen sind, möglichst in eigener Regie zu betreiben, und zwar unter
dem Gesichtspunkt der Volksgesundheit und der Erholung der Bevölkerung.
Das wäre zu dem Antrag N r . 711 zu sagen, der von der S P D - F r a k t i o n
eingebracht worden ist und um d e s s e n einstimmige Annahme ich Sie bitte.
Nun noch einige Worte zu der Anfrage, die wir an den Magistrat über
die Zulassung von Sportvereinen innerhalb B e r l i n s gerichtet haben. E s ist
jetzt über ein J a h r h e r , daß durch E r l a ß der A l l i i e r t e n Kommandantur ein
Befehl herausgegeben worden ist, nach dem die Zulassung von unpolitischen
Vereinen, also auch von Sportvereinen, möglich sein soll. Über ein J a h r
dauern die Beratungen der Alliierten Kommandantur an. Die B e r l i n e r Sportöffentlichkeit bedauert dieses lange Hinziehen der Verhandlungen; denn darunt e r leidet der Sport. Deswegen haben wir beim Magistrat angefragt, wie er
die Aussichten sieht, was er tun kann, um von sich aus diese Dinge zu b e schleunigen. Die B e r l i n e r Sportler, in deren Namen ich hier wohl sprechen
darf, sind einhellig der Auffassung, daß der kommunale Sport abzulösen ist,
daß er seine Tätigkeit einzustellen hat und daß der Idealismus der freien
Sportvereine wieder für den Staat und für die Arbeit im Sport nutzbar g e macht wird. Alle Sportler sind sich jedenfalls darüber einig und darüber
k l a r , daß der Sport in s e i n e r Leistung sowohl in der B r e i t e n a r b e i t wie in
der Spitze nur v o r w ä r t s s c h r e i t e n kann, wenn endlich Vereine zugelassen
werden, damit diese Vereine von sich aus wieder eine eigene Verantwortung
        
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