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Periodical volume Nr. 67, 11. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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m a t e r i e l l und ideell zu helfen, wieder Fuß in der Heimat zu fassen,
Wir haben daher den Antrag gestellt, daßidie H e i m k e h r e r - F ü r s o r gestellen dem Magistrat u n t e r s t e l l t werden, daß sie sowohl in der Zent r a l e wie in den Bezirken offiziell dem Sozialamt eingegliedert werden,
weil wir wissen, daß nur diese Stellen, die öffentlichen F ü r s o r g e s t e l l e n ,
über die nötigen Hilfseinrichtungen verfügen, daß sie die nötigen E r f a h r u n gen und Mittel und das e r f o r d e r l i c h e f ü r s o r g e r i s c h geschulte P e r s o n a l zur
Verfügung haben, die wir dringend für die Beratung u n s e r e r H e i m k e h r e r
benötigen. Wir stehen auf dem Standpunkt: die H e i m k e h r e r haben ein Recht
auf Betreuung, und diese Aufgabe kann nicht lediglich Jnaritativ gelöst w e r den, sondern muß offiziell vom Staate gelöst werden. Wir wollen die f r e i e
und öffentliche Wohlfahrtspflege einschalten und sind dankbar für jegliche
Mithilfe der freien Wohlfahrtspflege. Wir wünschen aber ausgesprochene
Übernahme der H e i m k e h r e r f ü r s o r g e s t e l l e n auf das Sozialamt. Die b i s h e r i gen Helfer wollen wir durchaus nicht ausschalten. Wir werden uns freuen,
wenn sie weiter i h r e Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Wir wünschen
a b e r , daß die Dinge l e g a l i s i e r t werden.
(Zuruf. )
Doch, wir beauftragen den Magistrat.
Ich möchte noch einen Zusatzantrag u n s e r e r Fraktion bekanntgeben.
Die S P D - F r a k t i o n beantragt, die bisher gewährte Unterstützung der Heimk e h r e r von 35 RM, die vollkommen ungenügend ist, auf den Betrag von
100 RM zu erhöhen. Wir bitten alle Fraktionen dieses Hauses um Z u s t i m mung, weil wir glauben, daß nur auf d i e s e m Wege ernsthaft dieses P r o b l e m
gelöst werden kann, das für uns alle eine Ehrenpflicht sein müßte.
Vorsteher

S U H R : Das Wort hat F r a u Stadtv, Schroedter.

Stadtv. F r a u S C H R O E D T E R (LDP) : Meine H e r r e n und Damen! Die Fraktion der LDP möchte i h r e r F r e u d e darüber Ausdruck geben,
daß noch in diesem J a h r e die Männer heimkommen sollen, und daß u n s e r e
F r a u e n und Mütter e r l ö s t werden von der bangen Sorge und von der großen
Last, die sie b i s h e r allein getragen haben. Aber u n s e r e F r e u d e wird doch
überschattet durch die B e s o r g n i s , daß wir den F o r d e r u n g e n u n s e r e r Heimk e h r e r nicht durch die freie Wohlfahrt allein gerecht werden können. D e s halb stimmen wir dem Antrag der SPD zu, die ganze H e i m k e h r e r f ü r s o r g e
dem Magistrat zu u n t e r s t e l l e n und so g e m e i n s a m mit allen M a g i s t r a t s s t e l l e n
für u n s e r e H e i m k e h r e r zu arbeiten.
Wir halten es auch ganz b e s o n d e r s für dringend, da die Arbeit in den
Bezirken nicht so gewesen ist, wie sie sein müßte. Wenn die Legitimation
des Hauptmagistrats dahinter steht, dann wird auch in den Bezirken i n t e n s i ver gearbeitet werden. Ich denke da ganz b e s o n d e r s auch an die F r a u e n uns e r e r H e i m k e h r e r . In letzter Zeit sind gewiß sehr viele Fälle vorgekommen,
wo diese F r a u e n einfach mit den täglichen Nöten und Schwierigkeiten nicht
fertig werden. Sie haben noch keine Wohnung, es ist ihnen nicht möglich, a l l e s das für i h r e Kinder zu tun, was sie sich Mühe geben, zu tun. Deshalb
        
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