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Periodical volume Nr. 67, 11. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Meine H e r r e n , was für Wortkämpfer haben Sie sich erwählt I Das
Flugblatt, von dem Sie sprachen, ist unterzeichnet von 6 Leuten. Unter
diesen 6 Leuten sind 2 Studenten. Vier kommen von außen und t r a g e n d i e sen Kampf von außen in die Universität hinein, darunter der Vorsitzende
des von der Alliierten Kommandantur nicht genehmigten Hochschulausschuss e s H e r b e r t G e i s s l e r . D i e s e r H e r b e r t G e i s s l e r hat neulich e r k l ä r t :
Und wenn antikommunistische Einstellung als antisowjetisch
ausgelegt wird, dann sind wir antisowjetisch mit a l l e r Konsequenz. Die deutsche Jugend habe zwar b e r e i t s die besten J a h r e
i h r e s Lebens hingeben m ü s s e n . Sie sei jedoch b e r e i t , noch w e i t e r e J a h r e daranzusetzen, um das noch einmal Davongekommensein mit dem noch einmal Mitmachenkönnen zu vertauschen.
Meine Damen und H e r r e n ! Das i s t der Geist, den wir an u n s e r e n U n i v e r s i täten nicht wünschen. Das ist a b e r die F r e i h e i t , auf die Sie offenbar zus t e u e r n und der wir u n s e r P a r o l i entgegensetzen.
(Beifall bei der SED.)
Vor st. S U H R : Das "Wort hat H e r r Stadtverordneter Schröter. Die
Redezeit für die Sozialdemokratische P a r t e i beträgt noch 12 Minuten.
Stadtv. S C H R Ö T E R (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Ich b e daure außerordentlich, daß der H e r r Kollege Kreuziger hier den Versuch
unternommen hat, eine Sache zu v e r t r e t e n , von der ich weiß, daß es ihm
b e s t i m m t sehr schwer gefallen ist, sie zu v e r t r e t e n . Denn ich weiß, wie
er zum P r o b l e m der F r e i h e i t gestanden hat. E s tut m i r außerordentlich
leid, daß hier das Wort fallen konnte von der Unterscheidung der F r e i h e i t
von g e s t e r n , der F r e i h e i t von Heute und der F r e i h e i t von b o r g e n , und daß
man das in Beziehung zur sozialdemokratischen Fraktion gebracht hat. F ü r
uns Sozialdemokraten geht es auch in d i e s e m F a l l e um die F r e i h e i t von
heute
(Beifall bei der SPD)
als Voraussetzung für die F r e i h e i t von räorgen und für die F r e i h e i t i m m e r
und i m m e r .
(Erneuter lebhafter Beifall bei der SPD. - Zuruf von der
SED: Der F a l l B r i l l beweist es!)
- J a , ich k o m m e auch gleich auf B r i l l . - Ich möchte nun Gelegenheit nehmen, die Diskussion auf die Kernfrage zurückzuführen, um die es eigentlich geht.
Ich glaube, wenn u n s e r e Bevölkerung und u n s e r e B e r l i n e r Studenten,
die ja auch verfolgen, was wir hier beraten, die Diskussion hier hören, dann
werden sie sich fragen: um was geht es eigentlich? - Einige tasten sich sehr
vorsichtig an die P r o b l e m e heran, und a n d e r e r e d e n von allen möglichen Dingen, die mit diesem B e r l i n e r F a l l zunächst nichts zu tun haben.
(Sehr gut! bei der SPD. )
        
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