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Periodical volume Nr. 67, 11. Mai 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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- Das werden Sie gleich sehen, H e r r Baum. "Wir stimmen den Ausführungen der F r a u Kollegin L u c h t - P e r s k e durchaus zu, und es w a r e n durchaus
nicht kommunistische K r e i s e , die vor 25 J a h r e n für die Zulassung von A r b e i t e r n auf b e s o n d e r e n Wegen zum Hochschulstudium gesorgt haben. E s
war der damalige Minister Becker, der i m damaligen P r e u ß i s c h e n Kultusm i n i s t e r i u m diese Dinge ernsthaft in Angriff genommen hat.
Bei diesen A r b e i t e r n und Bauern macht man aber auch noch U n t e r schiede:
E s genießt derjenige die Bevorzugung als A r b e i t e r , der B e t r i e b s - oder F a c h a r b e i t e r ist, nicht in dem Betrieb von V e r wandten beschäftigt ist und dessen E l t e r n b e r e i t s vor 1945 Bet r i e b s - oder F a c h a r b e i t e r waren.
Sachliche Angaben über die Berechtigung der Bevorzugung beim
Studium sind durch entsprechende Bestätigung des FDGB zu b e legen.
(Hört! Hört!)
Sämtliche Bestätigungen und Befürwortungen werden nur a n e r kannt, wenn sie mindestens von den zuständigen K r e i s o r g a n i s a tionen ausgestellt sind,
E s geht dann mit diesen Dingen weiter. E s wird weiter gesagt, es g e nügt nicht, daß der betreffende Bewerber die Mitgliedschaft in einer demok r a t i s c h e n Massenorganisation anmeldet oder nachweist, sondern es muß
die betreffende Organisation durch die Kr eis vor stände des FDGB anerkannt
und genehmigt sein.
(Hört! Hört! und Lachen bei der CDU.)
E s ist der H e r r K r e i s l e i t e r , der hier spricht.
(Wiederholte Zurufe. )
Unti es geht weiter: Wenn aber dann außerdem noch eine Vorauswahl stattfinden so^l voin solchen, die aus der Oberschule kommen, oder von Abiturienten, die noch nicht berufstätig waren, dann soll darüber eine K o m m i s sion entscheiden aus den V e r t r e t e r n des FDGB, d e r FDJ, der VVN, des
Demokratischen Frauenbundes und des Kulturbundes.
(Hört! Hört!)
Namentliche Vorschläge mit k u r z e n Charakteristiken sind b i s
zum 1. Juni d. J. der Verwaltung für Volksbildung einzureichen.
Und ganz zum Schluß wird noch gesagt, daß solche Bewerber dann zuzulassen sind, die - und nun kommt es wirklich auch einmal vor die neben der fachlichen Befähigung auch gewerkschaftlich und
politisch zuverlässig sind.
Meine Damen und H e r r e n ! Wir waren alle dabei, alle die, die schon
vor 1933 Demokraten waren, dafür zu sorgen, daß ein früheres Bildungsmonopol gewisser Stände gebrochen wird. Wir sind aber durchaus dagegen,
        
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