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Periodical volume Nr. 66, 29. April 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Ich habe d a m a l s mit Recht berichten können, daß ich mich an allen Stellen um ihn bemüht habe, obwohl " - • v e r z e i h e n Sie; Sie zwingen m i c h jetzt
dazu, etwas zu sagen, was ich selbst in diesen Sitzungen nicht gesagt h a be - es m i r unmöglich w a r , weiter für H e r r n Major Heinrich einzutreten,
weil ich ihm wahrscheinlich, wenn ich das tun würde, noch mehr schaden
würde.
(Zurufe von der SPD: W a r u m ? )
- Ja, Sie sind sehr neugierig. Ich wollte m i r das eigentlich e r s p a r e n . H e r r
Major Heinrich saß bei einem sehr guten F r e u n d von m i r , der dort der Gefängnisinspektor w a r . Schon damals im Kriege wußte ich von j e n e m S c h r e i ben - ich will es nicht b e s o n d e r s erwähnen -, das H e r r Major Heinrich an
den damaligen - wie nannte er sich gleich? - " F ü h r e r " gerichtet hatte. E r s p a r e n Sie es m i r , auf den Inhalt dieses Schreibens einzugehen.
(Unruhe und Zurufe.)
Dieses Schreiben war der Behörde der Besatzungsmacht bekannt, bei der
ich mich um die F r e i l a s s u n g mit allen Mitteln bemüht hatte.
(Wiederholte Zurufe von der SPD. )
Da ich aber die Gefahr für ihn sah, da das Schreiben bekannt war, habe ich
d a m a l s erkannt, daß es unmöglich war, sich nun weiter für ihn einzusetzen.
(Widerspruch und Zurufe von der SPD.)
Ich beurteile dieses Schreiben in folgender Weise und beantworte damit gleichzeitig den Zwischenruf, der m i r gemacht wurde, als ich davon
sprach, daß H e r r Major Heinrich mein F r e u n d w a r . Wenn man sich so für
einen Menschen einsetzt, obwohl einem hier und da die Mängel d i e s e s Menschen bekannt sind, dann sollten Sie das als einen Akt der Menschenfreundlichkeit bezeichnen, sollten sich aber nicht hier hinstellen, diese Sache a u s zunutzen, und zum Ausdruck bringen, daß das ein Grund dafür sei, sich mit
einer ganzen P a r t e i nicht an einen Tisch zu setzen, ja vielleicht sogar damit begründen, daß Sie deswegen von neuem den Weg der Spaltung b e s c h r e i ten.
Ich habe leider nur das Wort zu einer persönlichen Bemerkung. Aber
gestatten Sie, daß ich in diesem Zusammenhang noch ganz k u r z an das e r i n n e r e , was der P r a g e r P a r t e i v o r s t a n d in seinem Manifest gesagt hat. Ich
habe das kürzlich schon in einem Artikel erwähnt.
(Unruhe und Zurufe von der SPD: Das ist keine persönliche
Bemerkung!)
V o r s t e h e r Stellv. Dr. S C H R E I B E R : H e r r Stadtv. F e c h n e r ,
das ist keine persönliche Bemerkung.
Stadtv. F E C H N E R (SED) : Ich darf d a r a n erinnern, daß der P r a ger P a r t e i v o r s t a n d e r k l ä r t hat, daß die Verhältnisse dazu zwingen, die Einheit der Arbeiterbewegung herzustellen,und daß alle die Maßnahmen durchzuführen sind, die von uns durchgeführt werden.
(Auseinandersetzungen zwischen der SED und der SPD.)
        
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