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Periodical volume Nr. 66, 29. April 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Oktober 1945 anläßlich einer V e r s a m m l u n g , in der er in Neustadt a. Dosse
gesprochen hat. Niemand weiß, wo er geblieben ist, nur ein kleiner Zeitungsabschnitt, den der Mann einer vorbeigehenden H a m s t e r i n mitzugeben v e r mochte, bewies uns, daß d i e s e r Mann im Juni 1947 sich noch im Lager bei
J a m l i t z - L i e b e r o s e in der Mark befand.
So, meine Damen und H e r r e n , geht es nicht weiter. Wir wollen Ordnung
und wir wollen Sicherheit, aber alle jene K r e i s e , die den Kampf gegen die G e sinnung der B e r l i n e r Bevölkerung in d i e s e r Weise aufnehmen wollen, die sollen d e s s e n gewiß sein, daß Druck Gegendruck erzeugt,
(sehr richtig! bei der SPD)
und je mehr man glaubt, Menschen der F r e i h e i t zu berauben, u m so m e h r
Kämpfer werden ihr e r s t e h e n .
(Beifall bei der SPD und CDU. )
Wir appellieren hier an die Öffentlichkeit der B e r l i n e r Bevölkerung, und wir
appellieren an die Besatzungsmächte. Es geht nicht, daß man von einem Land
verlangt, daß es demokratisch werden soll, wenn undemokratische Methoden
diese Demokratie untergraben,
(Lebhafter Beifall bei der SPD, CDU und LDP. )
E s geht nicht an, daß Menschen um i h r e r Gesinnung willen e i n g e s p e r r t w e r den, und es geht nicht an, daß man mit solchen Gangstermethoden das R e s u l tat vom 20. Oktober 1946 k o r r i g i e r e n will.
(Lebhafter Beifall bei der SPD,

CDU und LDP. )

In d i e s e m Sinne möchte ich Sie bitten, dem Antrag der sozialdemokratischen
F r a k t i o n stattzugeben und a l l e s daran zu setzen, für die Folge diese Dinge
zum mindesten auf ein Minimum zu beschränken.
(Lebhafter Beifall bei der SPD,

CDU und LDP. )

V o r s t e h e r S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir
kommen zur Abstimmung über den Dringlichkeitsantrag. Ich brauche ihn
nicht noch einmal zu v e r l e s e n . Wer für den Dringlichkeitsantrag stimmen
will, bitte ich, das Handzeichen zu geben. - Das ist einstimmig beschlossen.
Meine Damen und H e r r e n ! Damit sind die Dringlichkeitssachen e r l e digt. Nach einem Beschluß des Ä l t e s t e n r a t s , der mit Stimmenmehrheit gegen
die Stimmen der F r a k t i o n der SED gefaßt wurde, sollen die lfd. Nrn.56, 57
und 58 der Nachtragstagesordnung nunmehr zur Beratung vorgezogen werden.
Ich rufe daher die lfd. Nr. 56, Vorlage 110/794 auf.
Zur Geschäftsordnung H e r r Stadtv. Maron.
Stadtv. M A R O N (SED) : Meine Damen und H e r r e n ! Im Namen der
F r a k t i o n der Sozialistischen E i n h e i t s p a r t e i Deutschlands habe ich gegen die
soeben vom H e r r n Stadtverordnetenvorsteher vorgeschlagene weitere Abwicklung der Tagesordnung P r o t e s t zu erheben. Denn sie erfolgt unter Bruch der
Geschäftsordnung und der Vorläufigen Verfassung von G r o ß - B e r l i n .
        
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