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Periodical volume Nr. 53, 15. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Wirtschaftsgruppen zu schaffen über den wirklichen Sinn und die Grenzen
dieses G e s e t z e s . Wir wollen nicht leugnen, daß wir damit auch eine Grundlage, einen festen Maßstab schaffen möchten, anhand d e s s e n wir selber einm a l als Stadtverordnetenversammlung prüfen möchten, was der Magistrat
in Ausführung dieser Vollmacht getan hat, und auch eine Prüfung in der Anwendung durch Gerichte, durch Verwaltungsgerichte, auch Entsprechung
zwischen Gesetz, gesetzgeberischen Aufgaben und einzelnen Maßnahmen,
die nachzukontrollieren wären. Da würden Sie also nur soweit gebunden bleiben, wie Sie selber i m m e r e r k l ä r t haben, nur allein gehen zu wollen. Sie
wollten nicht Luxusgüter ordnen, sondern lebensnotwendige Güter. Gut,
dann folgen Sie bitte u n s e r e m Vorschlag, diese Begrenzung auf Lebensnotwendigkeit im Gesetz k l a r z u s t e l l e n und damit einen fest anwendbaren Maßstab gleich im Gesetz zu schaffen.
Ich habe meinen Antrag hier vorgelegt und bitte, über diesen Ant r a g bei § 1 mit abzustimmen.
V o r s t e h e r Stellv. G E S C H K E : Ich l e s e diesen Antrag der
CDU-Fraktion noch einmal vor. Es soll heißen:
Der Verkehr mit Waren lebensnotwendigen Bedarfs. Das i s t die
Änderung. Dieser Antrag steht mit zur Diskussion und dann mit zur Abstimmung.
Das Wort hat der H e r r Kollege Reif.
Stadtv. Dr. R E I F (LDP) : Meine Damen und H e r r e n ! Wenn
der B e r l i n e r M a g i s t r a t ein Gesetz braucht, um die Ordnungsaufgaben durchzuführen, die aus der Not der Zeit h e r a u s verständlich sind und in bezug
auf die zwischen den P a r t e i e n auch keinerlei Meinung^differenzen bestehen,
so wären wir durchaus in der Lage, einer solchen gesetzlichen Grundlage
zuzustimmen, und so war ja auch ursprünglich die Begründung, daß gesagt
wurde, die Maßnahmen, die heute getroffen wären, hängen m e h r oder weniger in der Luft, weil die gesetzliche B a s i s fehlt. Diese zu schaffen, dazu
sollte diese Vorlage da sein.
Nun hat der H e r r Stadtrat Klingelhöfer vor einiger Zeit i m Schwünge der Gefühle darauf hingewiesen, daß das Sozialisierungsgesetz, das
W a r e n v e r k e h r s g e s e t z und das W i r t s c h a f t s k a m m e r g e s e t z die d r e i Säulen
der sozialistischen Wirtschaft Berlins d a r s t e l l e n sollen. Davon war u r s p r ü g l i c h nicht die Rede. Sie werden selbstverständlich von uns nicht e r warten, daß wir die Bausteine für eine sozialistische Wirtschaft Berlins
mit h e r b e i t r a g e n helfen, da wir nun einmal der naiven Ansicht sind, daß
das P r o d u z i e r e n heute wichtiger ist a l s das Sozialisieren.
(Sehr richtig! bei der L D P . )
Wenn ich a b e r den Versuch mache, auf den Sinn des G e s e t z e s in seiner
ursprünglichen Absicht zurückzukommen, so muß auch ich genau wie der
H e r r Kollege Tiburtius mit aller Entschiedenheit die weite Fassung, die
der P a r a g r a p h t r o t z u n s e r e s Einspruches erhalten hat, ablehnen. Wir
        
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