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Periodical volume Nr. 53, 15. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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genug, F e h l e r zu revidieren, zumal wenn wir wissen, daß das im I n t e r e s s e
der, Gesamtheit Berlins liegt.
Stadtv. Vorsteher Dr. S U H R : Die R e d n e r l i s t e ist erschöpft.
Wir kommen zur Abstimmung. E s ist der Antrag gestellt worden, die Mitteilung des M a g i s t r a t s , Vorlage Nr. 527 zur Kenntnisnahme, in eine Vorr ,
läge zur Beschlußfassung umzuwandeln und zur weiteren Beratung dem
Sportausschuß zu überweisen. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich, das
Handzeichen zu geben. - Das ist die Mehrheit; demzufolge ist so beschlossen.
' Wir kommen nunmehr zur lfd. N r . 10 der Tagesordnung, Vorlage
Nr. 604: :..
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II. Beratung der Vorlage über Gesetz über den V e r k e h r .,,
mit Waren - B e r l i n e r W a r e n v e r k e h r s g e s e t z .
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Der B e r i c h t e r s t a t t e r Stadtv. Reuter hat das Wort.

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B e r i c h t e r s t a t t e r Stadtv. R E U T E R ( S E D ) : Meine Damen und
H e r r e n ! Mein Bericht soll sich darauf beschränken, dem P l e n u m Aufschluß
darüber zu geben, von welchen Gesichtspunkten sich der Ausschuß bei der
Beratung der Vorlage des M a g i s t r a t s hat leiten l a s s e n und aus welchen Gründen er zu Änderungen gekommen ist. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß b e schäftigte sich in m e h r e r e n Sitzungen mit der Vorlage des M a g i s t r a t s . Alle
F r a k t i o n e n waren sich über die Notwendigkeit eines Gesetzes über den W a r e n v e r k e h r i m k l a r e n . Durch den Krieg und seine Folgen ist ein wesentlicher
Mangel an W a r e n entstanden, und es erwies sich schon aus d i e s e r T a t s a c h e
h e r a u s notwendig, eine Regelung auf diesem Gebiet zu treffen. E s ist b e kannt, daß auch das N a z i r e g i m e , um eine Sicherstellung der Versorgung
mit Waren für die Rüstung und die Kriegsführung zu e r r e i c h e n , ein W a r e n v e f k e h r s g e s e t z e r l a s s e n hat. Das uns vorliegende Gesetz soll i m Gegensatz
dazu unter den heutigen Verhältnissen die Bedürfnisse der B e r l i n e r Bevölkerung und damit u n s e r e Wirtschaft zu befriedigen versuchen. Mit diesem G e setz soll u n s e r e r Verwaltung, dem Magistrat und seinen Abteilungen die.
Möglichkeit gegeben werden, dafür Sorge zu tragen, daß Waren, die vorhanden sind, richtigen Zwecken zugeführt werden und auf der anderen Seite
verhütet wird, daß Rohstoffe und Halbfabrikate für Waren verwendet w e r den, die zwar der Befriedigung b e s t i m m t e r Bedürfnisse der Bevölkerung
dienen, aber eben zur Befriedigung lebensnotwendiger Bedürfnisse verwendet
werden sollten.
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Bei richtiger d e m o k r a t i s c h e r Handhabung wird sicherlich das G e setz t r o t z der heutigen Mangellage dazu dienen, im I n t e r e s s e der g e s a m ten Bevölkerung bei der Warenbewirtschaftung wirtschaftsplanende Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen. Die Mehrheit des Wirtschaftspolitischen A u s s c h u s s e s folgte bei den Beratungen der G e s e t z e s v o r l a g e des
M a g i s t r a t s . Es gab im Ausschuß die Auffassung, daß die vorgesehene R e g e lung zu weit gehe. In einem F a l l e wurde sogar davon gesprochen, daß die
vorgesehene Regelung über die für die Kriegswirtschaft vorgesehene R e g e lung hinausgehe und daß man sich auf die F r a g e n des lebensnotwendigen
        
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