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Periodical volume Nr. 53, 15. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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5 3 :

Wir werden noch einmal eingehende Feststellungen treffen, und ich habe
den lebhaften Wunsch und mit m i r haben diesen Wunsch auch Ihre Leute,
die Sportler sind, meine H e r r e n von der SED - der L e i t e r des Sportamts
hat denselben Wunsch - diese Anlagen in Ruhleben dem B e r l i n e r Sport zur
Verfügung zu stellen.
Stadtv. von W e d e l - P a r l o w (LDP) : Meine Damen und H e r r e n !
Die L i b e r a l - D e m o k r a t i s c h e P a r t e i schließt sich dem eben von der SPD
formulierten A n t r a g auf Überweisung an einen Ausschuß und nochmalige ,,. Untersuchung der Trabrennbahn Ruhleben vollinhaltlich an. Ich finde das
I n t e r e s s e , das die SED für die Trabrennbahn Ruhleben bekundet, sehr
merkwürdig.
(Zuruf von der SED: Nein, eben nicht I n t e r e s s e ! )
Ich muß Ihnen ehrlich sagen, wäre das I n t e r e s s e der SED für die T r a b rennbahn Ruhleben in diesem Hause nicht so demonstrativ zu Tage g e t r e ten, dann wären wir vielleicht gar nicht m a l so sehr in die Versuchung g e kommen, uns die Dinge an Ort und Stelle einmal anzusehen und uns zu o r i e n t i e r e n , wie die Dinge wirklich liegen.
(Lachen auf der linken Seite.)

,

Meine Damen und H e r r e n ! Ich bin dafür, daß offene Worte gesagt
werden. Hätte es sich bei dieser Trabrennbahn um Hoppegarten oder K a r l s h o r s t gehandelt, kann ich m i r kaum vorstellen, daß Sie gegen diese T r a b rennbahn d e r a r t zu Felde gezogen wären, wobei wir noch e r k l ä r e n m ü s s e n ,
daß, wenn Ruhleben in Gang gesetzt wird, wenigstens die Steuern, die Wettsteuern, der Stadt Berlin zugute kommen, was bei anderen Trabrennbahnen
nicht i m m e r der F a l l sein soll.
(Stadtv. Maron: Nanu!)
Nun a b e r ein w e i t e r e s . E s ist sehr richtig von m e i n e m H e r r n V o r r e d n e r b e m e r k t worden, daß sich h i e r eine ideale Möglichkeit ergibt, den
B e r l i n e r n eine wirklich großzügig angelegte Sportanlage zu bieten, ohne dafür übermäßig große Aufwendungen zu machen. Wir alle wissen, wie sehr
es notwendig ist, in den Sommermonaten den B e r l i n e r n aus ihren T r ü m m e r n
h e r a u s die Möglichkeit zu geben, sich etwas außerhalb B e r l i n s zu erholen
und sportlich, sagen wir einmal, zu entspannen. Ich möchte doch das eine
feststellen. Diese Trabrennbahn würde dann bei diesem Sportunternehmen
sozusagen nur den Kern bilden, würde aber ergänzt werden durch die große
Halle für große Versammlungen, für die ja die SED manchmal auch großes
I n t e r e s s e zeigt, da die Möglichkeit besteht, sich dort ohne Einwirkung von
Regen zu v e r s a m m e l n .
Also meine Damen und H e r r e n , wir sind für Überweisung an den
Ausschuß und hoffen, daß der Ausschuß dann wieder eine Vorlage an die
Stadtverordnetenversammlung zurückgeben kann, die die Wiederingangsetzung der Trabrennbahn Ruhleben und die Errichtung eines großzügigen
Sportplatzes ermöglicht.
        
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