Path:
Periodical volume Nr. 64, 15. April 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

64

49

und zwar nicht einmal so herausgenommen, daß sie irgendwo a n d e r s wieder
v e r w e r t e t werden können, sondern man setzte einfach vor die feinsten P r ä zisionsmaschinen T r e c k e r und riß dann diese hochwertigsten Maschinen, die
so hochempfindlich sind, aus den Bettungen, und sie sind für i m m e r v e r l o r e n .
Das konnten Sie hier in Berlin beobachten, Kollege Maron. Wir, die wir seit
Anfang in der praktischen Arbeit standen,
(Zuruf des Stadtv. Maron)
haben mit blutendem H e r z e n beobachtet, wie diese Zerstörungen angerichtet
wurden,
(erneuter Zuruf des Stadtv. Maron)
bloß u m diese Maschinen aus den F a b r i k e n zu entfernen.
(Sehr wahr!)
In diesen fünf B e r l i n e r Betrieben blieben nur 1 961 alte und beschädigte Maschinen zurück, die dann durch den Fleiß und durch das Können der Berliner
A r b e i t e r wieder h e r g e r i c h t e t worden sind.
Meine Damen und H e r r e n ! Hier sehen Sie die Schwierigkeiten u n s e r e r
Lage, und hier sehen Sie auch unter Umständen die Notwendigkeit, auf dem
Tauschwege aus den Teilen Deutschlands Maschinen noch nach Berlin zu schaffen, die Maschinen haben. Im Westen gibt es eben noch Maschinen, die für uns
sehr wichtig sind, und es w ä r e begrüßenswert, wenn wir überhaupt recht viele
Maschinen auf dem Kompensationswege nach Berlin hereinbekommen könnten.
Ich nenne Ihnen eine der größten F i r m e n B e r l i n s , eine der größten Spezialfirmen, die N a t i o n a l - R e g i s t r i e r k a s s e n , die nur auf dem Wege des T r a n s p o r t s
vom Westen nach Berlin wieder arbeitsfähig geworden sind. Ich nenne Ihnen
die F i r m a Siemens, die heute keine 20 000 Mann beschäftigen könnte, wenn
sie nicht Maschinen aus dem Westen bekommen hätte, und ich nenne Ihnen die
AEG, die tatkräftig von den Betrieben des Westens unterstützt worden ist. Wir
wollen keinen Ausverkauf B e r l i n s . Wir wünschen gerade, daß die B e r l i n e r Ind u s t r i e nach i h r e m beispiellosen Niedergang 1945 wieder aufwärts geführt
wird.
Meine Damen und H e r r e n ! Daß es in der B e r l i n e r Wirtschaft aufwärts
geht, ist doch u n b e s t r e i t b a r .
(Stadtv. Baum: Am Kurfürstendamm!)
- J a , Kollege Baum, sehen Sie mal, Sie wissen zu wenig von den wirtschaftlichen Dingen.
(Erneuter Zuruf des Stadtv.

Baum. )

Der H e r r F r a k t i o n s v o r s i t z e n d e Maron hat vor wenigen Wochen hier von dies e r Stelle aus e r k l ä r t , daß wir die steuerlichen Belastungen doch weit h e r a b setzen könnten, da durch den s t a r k e n Aufschwung der B e r l i n e r Wirtschaft,
durch den starken Zugang an Steuern diese Dinge doch wirklich nicht m e h r in
dem Maße notwendig sind. Aber davon v e r s t e h e n Sie nichts, das m ü s s e n Sie
sich von I h r e m Kollegen Maron etwas näher sagen lassen.
(Stadtv. Maron: Ich habe a b e r noch etwas m e h r gesagt.
V e r g e s s e n Sie das nicht!)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.