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Periodical volume Nr. 21, 20. März 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Stadtrat F Ü L L S A C K : Meine Damen und Herren? Planungen,
die jetzt vorgenommen werden müssen, sind b e r e i t s durch einen Beschluß
der Alliierten Kommandatura eingeleitet worden. Es ist ausdrücklich b e fohlen worden, daß wir jedes Stückchen Land in Berlin heranziehen m ü s sen, um die Sicherung der Versorgung in Berlin überhaupt durchführen zu
können. E s ist aber zur Zeit nicht etwa so, daß irgendeine Entscheidung
vorliegt, wonach den Bebauern dieses Brachlandes in irgendeiner F o r m
die F r u c h t i h r e r Arbeit entzogen werden sollte, sondern die augenblicklichen Feststellungen, die ganz zentral gestaltet sind, haben zunächst nur
einmal statistischen C h a r a k t e r , um festzustellen, wie man die Sämereien,
die Düngemittel und den sonstigen Bedarf der Bebauung gleichmäßig über
Berlin verteilen kann. E s wird allerdings u n s e r e Aufgabe sein, bei einer
eventuellen Erfassung g r ö ß e r e r Anbauflächen den Maßstab durchzuführen,
der uns die Gewähr gibt, daß wir nicht die Arbeitsfreude und den A r b e i t s willen des Bebauers zerschlagen. Denn darüber kann gar kein Zweifel sein,
daß man demjenigen Menschen, der neben seiner Berufsarbeit seine ganze
freie Zeit dafür opfert, um für seine Ernährung und die Ernährung seiner
F a m i l i e zu sorgen, die F r ü c h t e seiner Arbeit entzieht.
Die zentrale Bearbeitung der Dinge liegt in den Händen der Abteilung Ernährung; und wir werden in dieser F r a g e alles tun, was auf diesem
Gebiet getan werden kann, weil wir wissen, daß gerade die Anbaufläche
B e r l i n s für das nächste Jahr eine breite B a s i s für die Ernährung der B e r liner Bevölkerung bilden muß.
Vorsteher Dr. S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Die R e d n e r l i s t e
ist erschöpft. Wir kommen zur Abstimmung, und zwar zunächst über den
Antrag 138 von der Fraktion der SED, b e t r . Betreuung ländlicher K r e i s e .
Es ist beantragt worden, diesen Antrag zunächst dem Ausschuß für E r n ä h rung zur weiteren Beratung zu überweisen. Zugleich haben die A n t r a g s t e l ler die Bitte ausgesprochen, daß, wenn ein solcher Beschluß gefaßt würde,
der Magistrat dennoch bevollmächtigt sein soll, die Verhandlungen mit der
Provinzialregierung grundsätzlich schon anzubahnen. Ich nehme an, daß
in dieser Weise beide Vorschläge miteinander verbunden werden können.
Wer also dafür ist, daß der Antrag 138 dem Ausschuß für Ernährung zur
weiteren Behandlung überwiesen wird und gleichzeitig der Magistrat gebeten wird, die Verhandlung mit der Provinzialregierung Mark Brandenburg
aufzunehmen, bitte ich, das Handzeichen zu geben. Das ist die Mehrheit,
demzufolge ist so beschlossen.
Wir kommen
vom 11. 3. 1947 des
trag der SPD zu lfd.
folgenden Beschluß;

zur Abstimmung über die Drucksache 140:Beschluß
Wirtschaftspolitischen A u s s c h u s s e s zu dem ZusatzanNr. 9 der Tagesordnung 10. Es handelt sich dabei um
ich lese ihn noch einmal vor:

Der Magistrat von Groß-Berlin wird beauftragt, mit der Interalliierten Kommandantur zu verhandeln, das Stadtgebiet von
G r o ß - B e r l i n bis etwa zu dem Reichsautobahnring zu erweitern.
        
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