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Periodical volume Nr. 17, 20. Februar 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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sondere in den B e z i r k s ä m t e r n , die Auffassung entscheidend, daß,
je nachdem diese B e z i r k s r ä t e oder B ü r g e r m e i s t e r jeweils eingestellt sind, die Rechtsgültigkeit d i e s e r Vereinbarungen abgelehnt
werden kann und damit natürlich die Mitwirkung, das M i t b e s t i m m u n g s r e c h t der B e t r i e b s r ä t e i l l u s o r i s c h gemacht wird? Hier muß
u. E. k l a r a u s g e s p r o c h e n werden, was allgemein gesetzlich ist. Ich
brauche nur an A r t i k e l 5 des B e t r i e b s r ä t e g e s e t z e s zu e r i n n e r n . Da
ist ausdrücklich gesagt:
Soweit nicht anderweitige gesetzliche R e g e lungen oder Beschränkungen bestehen, hat der
B e t r i e b s r a t grundsätzlich die folgenden, den Schutz
der I n t e r e s s e n der Angestellten und A r b e i t e r eines
B e t r i e b e s betreffenden Aufgaben.
In Abs. 5 i s t von Vereinbarungen über den E r l a ß von Betriebsordnungen zum Zwecke des A r b e i t s s c h u t z e s die Rede, und es heißt dann
weiter:
hat ü b e r Regelung von Einstellungen und Entlassungen und ebenfalls über Beschwerden usw. zu
verhandeln.
Wir dürfen a b e r feststellen, daß in v e r s c h i e d e n e n Bezirksverwaltungen
nicht nach diesen Grundsätzen v e r f a h r e n worden ist, insbesondere
nicht nach der Wahl vom 20. Oktober. Man hat geglaubt, einen e r h e b lichen Teil der Leute entlassen zu können, während in diesen Vereinbarungen, die mit dem M a g i s t r a t getroffen worden sind, schon die
Rede davon ist, daß bei m e h r als fünf Entlassungen in jedem F a l l der
B e t r i e b s r a t mit hinzuzuziehen ist.
Wir haben a l s o den dringenden Wunsch, daß die Rechte der B e t r i e b s r ä t e "! in keiner Weise g e s c h m ä l e r t werden. Vielmehr sind wir
der Auffassung, dafl bei dem Neuaufbau einer demokratischen Wirtschaft und Verwaltung die gewählten B e t r i e b s r ä t e als gesetzliche
Funktionäre m i t a r b e i t e n m ü s s e n , daß sie auch bei den Entscheidungen
über Einstellungen und Entlassungen, über Versetzungen und d e r gleichen m e h r mit verantwortlich gemacht werden m ü s s e n . Nach der
E r k l ä r u n g , die H e r r Stadtrat Theu'ner abgegeben hat, glaube ich, daß
die Auffassung, die insbesondere in Neukölln v e r t r e t e n worden ist, vom
Hauptmagistrat nicht geteilt wird. Wir werden a l s o sehr schnell zu
einer Regelung kommen können.
Abschließend darf ich den Wunsch a u s s p r e c h e n , daß nicht nur
beim Hauptmagistrat, sondern auch in den B e z i r k s m a g i s t r a t e n dafür
gesorgt werden möge, daß zum mindesten der e r s t e Vorsitzende des
H a u p t b e t r i e b s r a t s an den Sitzungen der M a g i s t r a t e wie der B e z i r k s ä m t e r teilnehmen kann. B e r e i t s seit dem J a h r e 192o haben wir das
gesetzliche Recht bekommen, in den Aufsichtsräten entscheidend mit
        
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